Startschuss für das Netzwerk „Älterwerden in Rüdesheim am Rhein"

|

News Gutversorgt Alter

Der Rheingau-Taunus-Kreis und die Stadt Rüdesheim am Rhein initiieren ein gemeinsames Vernetzungsforum für bessere Teilhabe und Pflege im Alter

Wenn rund 20 engagierte Akteure aus Vereinen, Initiativen und Verwaltung an einem Mittwochabend im historischen Rathaus von Rüdesheim am Rhein zusammenkommen, dann ist mehr als nur ein nettes Beisammensein im Gange. Es war der Startschuss für ein neues Netzwerk, das das Leben älterer Menschen vor Ort nachhaltig verbessern soll: Das Netzwerk „Älterwerden in Rüdesheim am Rhein".

Die gemeinsame Vision ist klar: Ältere Menschen vor Ort stärken. „Wo man sich kennt, entstehen kurze Wege" – dieses einfache Prinzip liegt dem neuen Netzwerk zugrunde. Auf Initiative der Gemeindepflegerin Florentine Machts, die seit Februar 2025 vom Rheingau-Taunus-Kreis in Rüdesheim am Rhein eingesetzt ist, trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der ortsansässigen Organisationen, die das Leben älterer Menschen bereichern sowie Pflege und Betreuung vor Ort sichern. Dirk Stuckert, Bürgermeister von Rüdesheim am Rhein, und Maria Alisch, Fachdienstleitung Soziales und Pflege des Rheingau-Taunus-Kreises, betonten in ihrer Begrüßung die Dringlichkeit einer solchen Vernetzung: „Fachkräftemangel und demografischer Wandel machen es notwendig, Teilhabe und Pflege neu zu gestalten."

Nach einem kurzen Rückblick auf ein Jahr Gemeindepflege vor Ort luden die Mitarbeiterinnen des Kompetenzzentrums Pflege des Rheingau-Taunus-Kreises die Teilnehmenden zu einer strukturierten Kreativwerkstatt ein. Im Fokus standen dabei vier zentrale Themengebiete: Prävention, also die Frage, wie Gesundheit und Selbstständigkeit im Alter möglichst lange erhalten bleiben können; soziale Teilhabe, die sicherstellt, dass ältere Menschen weiterhin am gemeinschaftlichen Leben teilhaben und nicht in Isolation geraten; Mobilität, denn erst die Möglichkeit, sich fortzubewegen und Orte zu erreichen, ermöglicht überhaupt erst Zugang zu Angeboten und Kontakten; sowie Wohnen, also die Frage, wie das Leben in den eigenen vier Wänden auch bei zunehmendem Hilfebedarf so lange wie möglich fortgeführt werden kann.

In drei kreativen Phasen wurden Ideen gesammelt: Zuerst wurde analysiert, welche Probleme und Frustrationen bestehen. Anschließend durften die Teilnehmenden unter dem Stichwort „Utopie – Wünsch dir was!" ihre idealen Szenarien skizzieren. In der dritten Phase wurden konkrete Lösungsideen entwickelt.

Das neue Netzwerk verspricht mehrere konkrete Vorteile für alle Beteiligten. Durch die persönlichen Bekanntschaften entstehen kurze Kommunikationswege, die es ermöglichen, im Bedarfsfall schnell individuelle Lösungen zu entwickeln, ohne dass langwierige Abstimmungsprozesse nötig sind. Zudem wird eine frühzeitige Problemerkennung gewährleistet: Versorgungslücken werden identifiziert, bevor sie zu größeren Schwierigkeiten eskalieren, da die Akteure vor Ort gemeinsam ein wachsames Auge auf die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung haben. Statt isolierter Einzelmaßnahmen können durch die Vernetzung Ressourcen gebündelt und Synergien genutzt werden, was einzelne Träger entlastet und die Wirksamkeit der Angebote insgesamt steigert. Schließlich schafft die Zusammenarbeit auf Augenhöhe eine stabile Basis für eine nachhaltige Struktur, die über einzelne Projekte hinaus Bestand hat.

Ein erstes Treffen zur Weiterarbeit ist bereits für Juni 2026 geplant. Dort sollen die in der Kreativwerkstatt identifizierten Ansatzpunkte konkretisiert und erste Maßnahmen priorisiert werden.

Kontakt für weitere Informationen:

Gemeindepflegerin Florentine Machts

E-Mail: gemeindepflege@stadt-ruedesheim.de

Telefon: 0175/8238248

Foto: Zu sehen sind Personen vor einem Dashboard, an dem Ideen aufgeschrieben werden.

Foto: Zu sehen sind rund 20 Menschen, die im Rathaussaal mit Bestulung zusammen stehen und sich unterhalten.