Bildhauerin Dieckmann besucht ihre frühen Großskulpturen im Kreishaus Bad Schwalbach

|

Kultur

Künstlerin signalisiert Interesse an Mitwirkung beim RTK-Projekt „Demokratie bauen!“ / Bärbel Dieckmann porträtierte unter anderem Bundespräsident a. D. Joachim Gauck und stellt international aus

 

Überraschender Besuch im Kreishaus des Rheingau-Taunus-Kreises in Bad Schwalbach: Bildhauerin Bärbel Dieckmann hat 33 Jahren nach der Installation ihre dort aufgestellten Großskulpturen besucht. Für ihre drei Werke „Die Badende“, „Der König“ und „Das Tor“ bekam sie den ersten Preis in der Kategorie Kunst am Bau. „Es war mein erster großer Auftrag“, sagt sie. „Und ich freue mich sehr, meine Arbeiten nach so langer Zeit gut erhalten und öffentlich zugänglich am selben Ort zu sehen.“ Inzwischen sind die Arbeiten von Bärbel Dieckmann international bekannt: Besondere öffentliche Aufmerksamkeit erhielt sie 2022 mit dem offiziellen Porträt von Bundespräsident a. D. Joachim Gauck, das im Bundespräsidialamt in Berlin seinen Platz gefunden hat.

Marcus Lackmann von der Kulturförderung des RTK nutzte die Gelegenheit, um Bärbel Dieckmann für eine Beteiligung am Projekt „Demokratie bauen“ zu gewinnen. Mithilfe von QR-Codes, Audiobeschreibungen und einer öffentlichen Veranstaltung sollen die Kunstwerke im Kreishaus neu inszeniert werden. „Wir werden der Frage nachgehen, was Kunst mit Demokratie zu tun hat, und wieso ein nackter König vor dem Haus steht", so Lackmann. Eine öffentliche Veranstaltung zu diesem Thema ist in Planung.

Die Initiative „Demokratie bauen“ der Kulturregion FRM untersucht, wie Architektur und Kunst in öffentlichen Gebäuden demokratische Werte wie Transparenz, Teilhabe und Offenheit sichtbar machen können. Dabei rücken Rathäuser, Schulen, Gemeinschaftsbauten und Kunst am Bau als Orte gelebter Demokratie in den Fokus. Der Rheingau-Taunus-Kreis greift dieses Thema aktiv auf und möchte dabei auch die Geschichte und Architektur des Kreishauses in Bad Schwalbach stärker in den Blick nehmen. 

Wer die Werke von Bärbel Dieckmann sehen will, findet sie noch bis Ende Juni in der Mainzer Kunst Galerie. In der Ausstellung „Körper Sprache“ glänzen ihre Arbeiten im Stil der klassischen Moderne. Sie verkörpern sinnliche Themen der griechischen Mythologie: Minotaurus und Europa, Liebespaare, Tiere und alte Geschichten.