Aus Abfall wird Energie – Rheingau-Taunus-Kreis und Partner schaffen nachhaltigen Stoffkreislauf für 800.000 Menschen
Wirtschaftsförderung
Bio2Power-Anlage verbindet Abfallverwertung, Energieerzeugung und Gebührenstabilität / Ziel: gemeinsam moderne Kreislaufwirtschaft für rund 800.000 Einwohner schaffen / Land Hessen würdigt interkommunale Zusammenarbeit mit 75.000 Euro IKZ-Förderung
Gemeinsam geht mehr – und gemeinsam geht es nachhaltiger, effizienter und zum Vorteil aller. Mit dem Projekt „Bio2Power“ schaffen der Rheingau-Taunus-Kreis, die Landeshauptstadt Wiesbaden, die Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Rhein-Lahn-Kreis einen echten Stoffkreislauf: Bioabfälle aus der Region werden zu Energie und kommen so als günstigere Abfallgebühren und sauberere Versorgung direkt zu den Bürgerinnen und Bürgern zurück. Dass Hessens Innenminister Roman Poseck dem Rheingau-Taunus-Kreis nun persönlich einen Förderbescheid in Höhe von 75.000 Euro aus dem IKZ-Programm überreicht hat, ist Beleg dafür: Das Land erkennt an, was hier auf den Weg gebracht wurde.
Im Mittelpunkt steht die Errichtung einer Bioabfallvergärungsanlage am Standort Dyckerhoffbruch in Wiesbaden, die nach aktuellem Stand im Jahr 2029 in Betrieb gehen soll. Die Kooperation umfasst den Rheingau-Taunus-Kreis, die Landeshauptstadt Wiesbaden, die Wissenschaftsstadt Darmstadt und den rheinland-pfälzischen Rhein-Lahn-Kreis.
„Die Idee hinter ‚Bio2Power‘ ist ganz einfach: Bioabfälle nutzen, statt einfach nur zu deponieren“, erklärt Landrat Sandro Zehner. „Wir schaffen es so, einen Stoffkreislauf herzustellen. Das ist nachhaltiger, kosteneffizienter und bietet eine Lösung für unsere im Landkreis anfallenden Bioabfälle. Ein genau zu diesen Zielen passendes Gelände mit guter Verkehrsanbindung ist hier in der Landeshauptstadt Wiesbaden vorhanden. Das ist also eine Win-Win-Win Situation, die wir mit der interkommunalen Zusammenarbeit erreicht haben. Vielen Dank an das Land Hessen, das die geplante Wirkung dieser Kooperation jetzt mit dieser Förderung anerkannt wird.“
Das Projekt ist in seiner Art in Hessen einmalig. Vier große Gebietskörperschaften schaffen länderübergreifend gemeinsam die Grundlage für eine moderne Kreislaufwirtschaft, die Abfallverwertung mit Energieerzeugung verbindet und Gärreste in der regionalen Landwirtschaft nutzbar macht. Dies würdigte auch Innenminister Roman Poseck bei der Übergabe.
Im Frühjahr 2025 hatten der Rheingau-Taunus-Kreis und die Landeshauptstadt Wiesbaden die B2P Bio2Power GmbH mit Sitz in Wiesbaden gegründet. An der Gesellschaft sind beide Partner zu jeweils 50 Prozent beteiligt. Ziel des Unternehmens ist im Wesentlichen die Errichtung und der Betrieb der Bioabfallvergärungsanlage sowie die Gas- und Stromerzeugung zur Einspeisung in das regionale Versorgungsnetz. Um die Anlage wirtschaftlich optimal auszulasten, werden dort auch die Bioabfälle der Wissenschaftsstadt Darmstadt und des Rhein-Lahn-Kreises verwertet. Hierfür wurden zwischen den beteiligten Kommunen entsprechende Vereinbarungen geschlossen.
EAW-Betriebsleiter Michael Heil erläutert: „Diese neue Anlage wird Bioabfall hocheffizient und klimaschonend nutzen, sie ist ein echter Beitrag zur Energiewende. Nun können wir auch die Fördermittel des Landes Hessen fest einplanen. Ich bedanke mich daher beim Land Hessen und all unseren Partnern, die diesen Weg gemeinsam gehen. Besonders gut finde ich, dass die Bio2Power GmbH auch die Bürgerinnen und Bürger entlasten wird – denn umso effizienter wir hier mit dem Bioabfall arbeiten, desto stärker wirkt sich das auch positiv bei den Abfallgebühren aus.“
„Es ist ganz entscheidend, wie viele Menschen und Regionen hier gleichzeitig profitieren“, ergänzt Andreas Kowol, Dezernent für Bauen und Verkehr der Landeshauptstadt Wiesbaden. „Der Rheingau-Taunus-Kreis, Wiesbaden, Darmstadt und der Rhein-Lahn Kreis haben sich gemeinsam auf den Weg in die Zukunft gemacht und werden hiermit auch die Wärmewende vorantreiben. Das entstehende Biogas wird in das städtische Netz eingespeist und geht somit in Zukunft nicht verloren – das ist moderner Klimaschutz, wie er sein sollte.“
Insgesamt ermöglicht die länderübergreifende Kooperation die Verwertung von Bioabfall für ein Einzugsgebiet von rund 800.000 Einwohnern. Das jährliche Aufkommen an Bioabfällen in der Anlage soll rund 60.000 Tonnen betragen - diese hohen Durchsatzmengen machen einen wirtschaftlichen Betrieb möglich.
Durch die Bündelung von Ressourcen und die gemeinsame Nutzung der Anlage werden deutliche finanzielle Einsparungen erzielt und hohe Effizienzgewinne in der Abfallwirtschaft erreicht. Außerdem entfallen für jede der beteiligten Kommunen die erheblichen Baukosten, die bei der Errichtung einer jeweils eigenen singulären Anlage aufgekommen wären.
Mehr Informationen zum Förderprogramm:
https://innen.hessen.de/kommunales/interkommunale-zusammenarbeit/foerderprogramm
Mehr Informationen zu B2P: B2P Bio2Power – RTK und Landeshauptstadt Wiesbaden gehen gemeinsamen Weg in Abfallwirtschaft und Energieerzeugung
