Ärztlicher Bereitschaftsdienst in Bad Schwalbach: Statement von Landrat Sandro Zehner zur geplanten Schließung
Landrat
Nachfolgend finden Sie die aktuelle Stellungnahme von Landrat Sandro Zehner zur geplanten Schließung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Bad Schwalbach:
Aktuell gibt es ein Thema, das sehr viele Menschen bewegt: die angekündigte Schließung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes am Standort in Bad Schwalbach. In den Räumlichkeiten des dortigen Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) ist auch der sogenannte ÄBD, der Ärztliche Bereitschaftsdienst untergebracht. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen – der Träger dieses Angebotes – hat nun, ohne das mit jemandem zu besprechen, weder mit uns als Landkreis noch mit der Kommune Bad Schwalbach oder den anderen Kommunen hier im westlichen Untertaunus, erklärt: Sie machen diesen Standort zu. Künftig werden sie nur noch in Rüdesheim und in Idstein präsent sein. Das haben wir zur Kenntnis genommen. Allerdings müssen wir sagen, dass wir das überhaupt nicht nachvollziehen können. Begründet wird das Ganze mit einer Gesetzesänderung, die noch überhaupt nicht in Kraft ist – sie ist ja noch nicht einmal final beschlossen.
Ich habe mir den gesamten Sachverhalt auf meinen Schreibtisch geholt. Ich habe die Kassenärztliche Vereinigung Hessen angeschrieben und zum Gespräch gebeten. Wir haben ganz konkrete Fragen gestellt: Was wurde vorher evaluiert, um diese Entscheidung zu treffen? Wer wurde in diese Frage involviert? Und vor allen Dingen: Wie stellt man sich die Struktur zukünftig vor?
Denn was wir als Landkreis und Träger des Rettungsdienstes natürlich befürchten, ist, dass erneut zusätzliche Belastungen auf den Rettungsdienst zukommen. Menschen, die bislang beim ÄBD angerufen haben, könnten künftig – zwar nicht korrekterweise, aber trotzdem – den Schritt gehen und die 112 wählen. Das wäre das Falscheste, denn diese Nummer ist wirklich nur für Notfälle gedacht. Der ÄBD soll bewusst Menschen versorgen, die außerhalb der Praxisöffnungszeiten eine medizinische Versorgung benötigen – eher eine hausärztliche Betreuung als durch einen Notarzt. Genau diese Versorgungslücke sehen wir, und darüber wollen wir mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen sprechen. Deshalb habe ich sie eingeladen. Wir haben konkrete Fragen formuliert, von denen ich erwarte, dass sie vorher bereits beantwortet werden, sodass wir dann besprechen können, wie wir damit umgehen.
Für mich als Landrat, aber auch für viele Kolleginnen und Kollegen hier im Kreishaus, die sich mit dem Thema Gesundheit befassen, ist dieser Schritt zunächst überhaupt nicht nachvollziehbar. Jetzt wollen wir den Dialog suchen und deutlich machen, dass wir das auf dieser Grundlage zunächst nicht positiv begleiten können. Wir wollen eine Lösung, die am Ende sicherstellt, dass auch die Menschen in Bad Schwalbach, Heidenrod, Hohenstein, Aarbergen und Teilen von Taunusstein außerhalb der Praxisöffnungszeiten eine gute hausärztliche Grundversorgung haben. Genau das ist der Sicherstellungszweck des ärztlichen Bereitschaftsdienstes, und unsere Erwartung ist, dass dieser auch in Bad Schwalbach weiterhin für die Region erfüllt wird.