Partnerschaft für Heimatschutz – Kommunen und Unternehmen machen sich gemeinsam für Kooperation mit der Bundeswehr stark
Landrat
Ziele: Bessere Vernetzung mit dem Hessischen Landeskommando und Stärkung der Resilienz / Urkunden wurden im Kloster Eberbach an Unternehmen und Städte aus dem RTK verliehen / Wichtiger Baustein: Freistellung von Beschäftigten für Reserveübungen der Bundeswehr
Der Ort der Urkundenverleihung ist kein Zufall: Kloster Eberbach steht sinnbildlich für Kontinuität, Widerstandsfähigkeit und Verantwortung über Generationen hinweg. Daher ist diese Verleihung der Urkunden der „Partnerschaft Heimatschutz und Gesamtverteidigung“ im Laiendormitorium mehr als eine schöne Geste vor einer beeindruckenden Kulisse: Diese nun beurkundeten Partnerschaften zeigen, dass es in Zeiten globaler sicherheitspolitischer Herausforderungen nur gemeinsam gelingen wird, die Sicherheit unserer Gesellschaft direkt vor Ort zu erhalten.
„Ich wurde im Vorfeld der Veranstaltung gefragt, warum diese Partnerschaften so wichtig sind“, berichtet Landrat Sandro Zehner. „Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Die Welt um uns herum ändert sich fast täglich und wir wollen nicht einfach dabei zusehen. Geopolitische Spannungen, hybride Bedrohungen, Cyberangriffe, Sabotagerisiken oder Versorgungsausfälle fordern uns jeden Tag heraus. Und es ist für uns eine Verpflichtung, Antworten auf diese Szenarien zu haben. Resilienz ist keine abstrakte Kategorie – sie ist konkrete Daseinsvorsorge. Genau deshalb sind diese Partnerschaften so bedeutsam, denn Heimatschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe.“
Die Kooperationen werden vom Landeskommando Hessen mit der Wirtschaft und Arbeitgebern geschlossen. Um sich resilient aufzustellen, sind sie entscheidende Partner der militärischen Kräfte: Die Kommunen sichern Verwaltungs- und Versorgungsstrukturen und Unternehmen gewährleisten Logistik, Produktion, Finanzdienstleistungen und Infrastruktur.
Die Partnerschaften beinhalten:
- Gesamtgesellschaftliche Mitverantwortung
- Mitgestaltung staatlicher Resilienz
- Anerkennung des Auftrags der Bundeswehr
- Bekenntnis zum Heimatschutz
- Zustimmung zur Freistellung von Mitarbeitenden bspw. für Reservistenübungen
Im RTK sind jetzt die folgenden Kommunen Teil dieser Partnerschaft: Eltville, Geisenheim, Kiedrich, Lorch, Oestrich-Winkel und Rüdesheim. Diese Unternehmen aus dem Rheingau-Taunus-Kreis haben die Partnerschaftsurkunde erhalten: Bäckerei Dries GmbH, Rössler-Linie GmbH & CO. KG, Rheingauer Volksbank eG, Fritz Werner Industrie-Ausrüstungen GmbH, Stiftung Kloster Eberbach, Hessische Staatsweingüter GmbH.
„Für uns ist es wichtig eine Sichtbarkeit des Schulterschlusses mit der Bundeswehr in der Mitte unserer Gesellschaft zu zeigen“, erklärt Julius Wagner, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Kloster Eberbach. „Ich denke, dass wir solche Signale dringend brauchen, um mehr Verständnis füreinander und mehr Zusammenhalt miteinander zu erzeugen. Jeder sieht in den Nachrichten die veränderte Sicherheitslage und da ist es vor allem an uns hier im Kloster Eberbach als ein Ort, der Menschen verbindet, zu zeigen, dass auch wir uns vorbereiten und unseren Teil beitragen möchten. Das gilt es nun weiterzutragen und noch andere Institutionen und die Menschen vor Ort zu motivieren dabei zu sein.“
Brigadegeneral Holger Radmann, Kommandeur des Landeskommandos Hessen, ergänzt: „Gesamtverteidigung funktioniert eben nur zusammen – mit den Säulen der militärischen Verteidigung und der Zivilverteidigung. Dafür braucht es starke Partner und genau das zeigen wir mit dieser Veranstaltung. Ich möchte mich ganz herzlich bei denjenigen bedanken, die bereit sind, diesen Weg mit uns zu gehen, vor allem weil es ja eine freiwillige Partnerschaft ist. Es ist wichtig zu transportieren, dass Streitkräfte, Politik und Wirtschaft enger zusammenrücken und dass wir miteinander dafür sorgen, noch deutlich stärker verteidigungsfähig zu werden.“
Mehr Informationen zum Heimatschutz:
Bisher haben sich bereits über 3.000 Freiwillige aus Hessen für den Heimatschutz gemeldet.
Der Reservedienst steht grundsätzlich allen Bürgerinnen und Bürgern mit deutschem Pass offen. Zu den Aufgaben der Freiwilligen gehören unter anderem der Schutz kritischer Infrastruktur, die Sicherung wichtiger Transportwege sowie die regionale Unterstützung bei Katastrophenlagen.
Mehr Informationen zum Landeskommando Hessen: