Losverfahren beim Übergang an weiterführende Schulen: Im RTK werden bei Bedarf zusätzliche Klassen eingeplant
Schule
Neues Losverfahren für die weiterführenden Schulen des staatlichen Schulamtes sorgt für Fragen bei Eltern im Rheingau-Taunus-Kreis / In der Vergangenheit ausschließlich PSI Idstein und Gymnasium Taunusstein überwählt, alle anderen erhalten in der Regel Erstwunsch / Um gymnasialen Bildungsweg innerhalb Taunussteins zu ermöglichen, wird im Bedarfsfall eine neue Klasse geöffnet / Kinder in Idstein werden in jedem Fall an PSI und Limesschule wohnortnah im gymnasialen Bildungsweg beschult
Um beim Übergang auf die weiterführenden Schulen allen Schülerinnen und Schülern ein wohnortnahes, gymnasiales Angebot zu ermöglichen, wird im Rheingau-Taunus-Kreis bei Bedarf eine zusätzliche Klasse am Gymnasium Taunusstein eingerichtet, sollte die Schule beim Erstwunsch überwählt sein. Gleiches gilt auch für die IGS Obere Aar, bei Bedarf wird hier ebenfalls eine weitere Klasse eingerichtet, sollte der gymnasiale Bildungsgang überwählt sein. Sollte die PSI überwählt sein, werden entsprechend Klassen an der Limesschule geöffnet. Damit besteht an beiden Schulstandorten nicht die Gefahr, dass Kinder aus Idstein oder Taunusstein in eine andere Stadt fahren müssen, sondern in ihrer Heimatstadt im gymnasialen Bildungsweg beschult werden können. Für die anderen Schulen im gesamten Gebiet des Rheingau-Taunus-Kreises wird keine Kapazitätsüberschreitung erwartet und dann auch kein Losverfahren notwendig. Im vergangenen Jahr betrug die Erstwunscherfüllung im gesamten RTK knapp 95 Prozent.
Landrat Sandro Zehner, zugleich Schuldezernent des Rheingau-Taunus-Kreises: „Das neue Losverfahren hat bei vielen Familien Fragen ausgelöst. Wir haben diese Rückmeldungen sehr ernst genommen und sind mit allen Beteiligten in engen Gesprächen. Mit der Möglichkeit der Einrichtung einer zusätzlichen Klasse bei Bedarf am Gymnasium Taunusstein, damit Kinder nicht aus Taunusstein an eine andere Schule fahren müssen, sowie an der Limesschule in Idstein wollen wir allen Kindern einen Schulplatz an einem wohnortnahen Standort ermöglichen. Schule ist ein zentrales Zukunftsthema für unseren Landkreis. Mit der Kapazitätserweiterung schaffen wir Klarheit und tragen dazu bei, dass der Übergang auf die weiterführenden Schulen für die Familien planbar bleibt.“
Hintergrund: Ab dem Schuljahr 2025/2026 wird im Übergang von der 4. in die 5. Klasse im Schulamtsbezirk Wiesbaden und Rheingau-Taunus ein neues Verfahren zur Aufnahme an weiterführenden Schulen aufgrund eines Urteils des Verwaltungsgerichts Wiesbaden eingeführt. Dabei ging es um die Aufnahme von Lerngruppen, also Kinder, die vorher die gleiche Klasse einer Grundschule besucht hatten. Eltern eines Kindes, das nicht an der Wunschschule angenommen worden war, hatten dagegen geklagt. Das Staatliche Schulamt wird nun bei Überhängen zwischen Anmeldezahlen und verfügbaren Plätzen ein Losverfahren durchführen. Dieses Losverfahren erfolgt an der überwählten Schule unabhängig vom Wohnort der Schülerinnen und Schüler. Es wird angewendet, sobald eine Schule mehr Anmeldungen erhält, als sie laut Genehmigung aufnehmen kann.
Diese neue Vorgehensweise hatte zuletzt bei vielen Eltern im Kreis für Verunsicherung gesorgt, ob die Kinder längere Schulwege in Kauf nehmen müssen. Das können die Eltern allerdings mit dem Erst-, Zweit- und Drittwunsch selbst beeinflussen, denn das Verfahren berücksichtigt die Wünsche nach wie vor. Lediglich die konkrete Entscheidung, wenn eine Schule überwählt ist, wird künftig dem Los überlassen.
Im Rheingau-Taunus-Kreis betrifft die Überwahl regelmäßig die Gymnasien in Taunusstein und Idstein. Als Übergangslösung wird vorgeschlagen, eine zusätzliche Eingangsklasse (Jahrgang 5) am Gymnasium Taunusstein einzurichten. Und sofern der Bedarf in Idstein durch das vorhandene gymnasiale Angebot der Pestalozzischule Idstein (PSI) und der Limesschule Idstein gemeinsam nicht gedeckt werden kann, auch an der Limesschule.
Nach aktueller Einschätzung ist im Rheingau-Taunus-Kreis voraussichtlich lediglich am Schulstandort Taunusstein mit Kapazitätsengpässen zu rechnen, auf die entsprechend reagiert werden wird. Für den Standort Idstein geht der Rheingau-Taunus-Kreis hingegen davon aus, dass das gemeinsame gymnasiale Angebot der Pestalozzischule Idstein (PSI) und der Limesschule Idstein den erwarteten Bedarf abdecken kann.
„Wir möchten alle Eltern ermutigen, sich frühzeitig und intensiv mit den Angeboten der Schulen auseinanderzusetzen. Eine wohlüberlegte Entscheidung erhöht die Chancen, den gewünschten Schulplatz zu erhalten“, sagt Christina Schiller, Fachdienstleistung Schulen beim Rheingau-Taunus-Kreis. Werde beispielsweise als Erstwunsch eine nicht überwählte Schule angegeben, seien die Chancen sehr hoch, dass der Wunsch erfüllt wird. Im vergangenen Jahr lag die Erstwunscherfüllung im Rheingau-Taunus-Kreis bei knapp 95 Prozent. Eine realistische und gut informierte Wunschreihenfolge erhöhe somit die Planungssicherheit. Ziel sei es, jedem Kind einen gelungenen Start in der weiterführenden Schule zu ermöglichen.
Generell zeigt die Entwicklung der Schülerzahlen im Rheingau-Taunus-Kreis in den vergangenen Jahren (nach einer leichten Abnahme bis 2020/21) wieder einen kontinuierlichen Anstieg und erreicht im Schuljahr 2025/26 mit 19.624 Schülerinnen und Schülern einen Höchststand. Prognosen zufolge ist aber ab dem Jahr 2027 mit einem Rückgang der Schülerzahlen zu rechnen, der sich in den Folgejahren spürbar auf die Kapazitätsauslastung der weiterführenden Schulen auswirken wird.
Der Rheingau-Taunus-Kreis hat in einem FAQ die wichtigsten Infos rund um das neue Losverfahren zusammengestellt: Losverfahren.
