Demokratie lebt vom Austausch: Demokratiekonferenz „Wieder sprechen und widersprechen“ in Bad Schwalbach
Jugendhilfe
Schülerinnen und Schüler sowie Fachkräfte diskutierten über Meinungsvielfalt, respektvolle Kommunikation und demokratische Werte / Workshops zu Social-Media, Wertedialogen, Argumentationstraining und dem Umgang mit Extremismus / Demokratiekonferenz der Partnerschaft für Demokratie im RTK bot Raum für neue Perspektiven und offene Gespräche
Wie gelingt ein respektvoller Austausch, wenn Meinungen auseinandergehen? Wie können Menschen unterschiedliche Perspektiven zulassen und gleichzeitig für demokratische Werte eintreten? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmenden der Demokratiekonferenz „Wieder sprechen und widersprechen“ am Montag, 2. November im Alleesaal-Gebäude in Bad Schwalbach. Die von der Partnerschaft für Demokratie im Rheingau-Taunus-Kreis organisierte Veranstaltung brachte Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Mitarbeitende der Schulsozialarbeit sowie weitere Fachkräfte zusammen.
Landrat Sandro Zehner betont: „Formate wie unsere Demokratiekonferenz sind enorm wichtig. Wir brauchen die Möglichkeit, dass junge Menschen ihre Ideen, ihre Sorgen und ihre Perspektive in politische Entscheidungsprozesse einbringen. Denn am Ende sind sie die Zukunft dieses Landes, und an der Zukunft sollten sie auch aktiv mitgestalten.“
Demokratie lebt davon, dass Menschen ihre Meinung äußern, anderen zuhören und Argumente austauschen. Dazu gehört auch, widersprechen zu können und sich mit anderen Sichtweisen auseinanderzusetzen. Im Alltag ist das nicht immer einfach, insbesondere dann, wenn Positionen weit auseinanderliegen oder kontroverse Themen zur Sprache kommen. Umso wichtiger sind Räume, in denen ein offener und respektvoller Dialog möglich ist.
Am Vormittag richtete sich das Programm insbesondere an Schülerinnen und Schüler ab der neunten Klasse sowie an begleitende Lehrkräfte und Mitarbeitende der Schulsozialarbeit. In verschiedenen Workshops setzten sich die Teilnehmenden mit unterschiedlichen Herausforderungen demokratischer Gesprächskultur auseinander.
Im Workshop „In Zeiten von Social Media“ von IB Südhessen ging es um den Einfluss sozialer Medien auf die Meinungsbildung und den Alltag junger Menschen. Dabei beschäftigten sich die Teilnehmenden unter anderem damit, wie sie Falschinformationen und Hetze erkennen und einen bewussten Umgang mit der Vielzahl an Informationen im digitalen Raum entwickeln können.
Der Wertedialog von GermanDream bot Gelegenheit, unterschiedliche Weltanschauungen kennenzulernen und wertschätzend miteinander ins Gespräch zu kommen. Ziel war es, einen gemeinsamen Wertekonsens zu erarbeiten und zugleich verschiedene Perspektiven anzuerkennen.
Im Workshop „Position beziehen“ von un/gleich – politische Bildung im Rheingau-Taunus-Kreis stand das Argumentieren im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden beschäftigten sich damit, auch bei unterschiedlichen Ansichten im Dialog zu bleiben und zugleich klar Stellung gegen menschen- und demokratiefeindliche Aussagen zu beziehen.
Nach einem gemeinsamen Plenum am Mittag richtete sich das Nachmittagsprogramm an interessierte Fachkräfte. Die Beauftragte für Politisch Motivierte Kriminalität des Polizeipräsidiums Westhessen informierte im Workshop „Extremismus erkennen und begegnen“ über den Umgang mit entsprechenden Entwicklungen. Darüber hinaus fand ein weiterer Wertedialog von GermanDream statt.
Die Demokratiekonferenz machte deutlich, wie wichtig es ist, unterschiedliche Meinungen auszuhalten, miteinander im Gespräch zu bleiben und sich aktiv mit demokratischen Werten auseinanderzusetzen. Sie bot den Teilnehmenden Gelegenheit, eigene Standpunkte zu hinterfragen, neue Impulse mitzunehmen und den respektvollen Umgang mit unterschiedlichen Perspektiven zu stärken.
Organisiert und gefördert wurde die Demokratiekonferenz von der Partnerschaft für Demokratie im Rheingau-Taunus-Kreis. Sie wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und des Landesprogramms „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ unterstützt. Der Rheingau-Taunus-Kreis übernimmt dabei die Rolle des federführenden Amtes; die Koordinierungs- und Fachstelle ist bei der AWO-Rheingau-Taunus Soziale Arbeit angesiedelt.
Weitere Informationen zur Partnerschaft für Demokratie und ihren Angeboten gibt es unter www.demokratieleben-rtk.de
Interessierte können sich außerdem per E-Mail an demokratie@awo-rtk.de wenden.