Bahnübergang an der B 42 in Rüdesheim: Bundesverkehrsminister Schnieder informiert sich vor Ort

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Verkehr (allgemein)

In Berlin wird jetzt geprüft, welche Lösungen mit dem Schutz des Weltkulturerbes vereinbar sind / Im Anschluss an Prüfung soll Entscheidung zur Beseitigung noch in diesem Jahr fallen / Schranke ist täglich bis zu acht Stunden geschlossen und behindert seit Jahrzehnten Verkehr, Rettungsdienste sowie Tourismus

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat sich gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten und ersten Kreisbeigeordneten Klaus-Peter Willsch sowie Landrat Sandro Zehner und lokalen Akteuren zu einem Ortstermin in Rüdesheim getroffen. Thema: Beseitigung des Bahnübergangs in Rüdesheim an der B 42.

Der Besuch erfolgte auf Einladung von Klaus-Peter Willsch, der gemeinsam mit Landrat Sandro Zehner den Termin begleitete. Ebenfalls dabei waren der Rüdesheimer Bürgermeister Dirk Stuckert, Stadtverordnetenvorsteher Tobias Zöller, Vertreter des Gewerbevereins, ein Vertreter des Zweckverbands Welterbe Oberes Mittelrheintal sowie weitere lokale Akteurinnen und Akteure. Ziel des Treffens war es, dem Bundesverkehrsminister die jahrzehntelangen Probleme am Bahnübergang an der B 42 anschaulich darzustellen und gemeinsam Perspektiven für eine Lösung zu diskutieren.

Im Rahmen eines konstruktiven Austausches im Restaurant Bees wurden die unterschiedlichen Aspekte der Schrankenproblematik erläutert: Willsch machte deutlich, dass die Schranke an vielen Tagen bis zu acht Stunden geschlossen ist, was den Verkehr massiv behindert. Landrat Zehner hob die Folgen für Tourismus und Wirtschaft hervor: Wenn Gäste und Pendler regelmäßig in Staus geraten, leidet der Wirtschaftsstandort Rheingau, und die Attraktivität der Region als UNESCO-Welterbe wird spürbar eingeschränkt. Zudem gefährden die langen Schließzeiten die Einsatzzeiten von Feuerwehr und Rettungsdiensten.

Rüdesheims Bürgermeister Stuckert und Stadtverordnetenvorsteher Tobias Zöller erinnerten an die lange Historie des Bahnübergangs: Bereits 1913 wurden Planungen für eine Lösung diskutiert, wie Unterlagen eines königlichen Eisenbahn-Bau- und Betriebsinspektors zeigen. Zahlreiche Varianten seien inzwischen geprüft und umsetzungsreife Lösungen auf den Tisch gelegt worden. Jetzt warte man nur noch auf eine Entscheidung des Bundes, um die Beseitigung des Bahnübergangs in Angriff nehmen zu können.

Minister Schnieder bedankte sich für die zahlreichen Beiträge und zeigte Verständnis für die Dringlichkeit. Er kündigte an, dass eine Entscheidung noch in diesem Jahr fallen solle und dass das Verkehrsministerium derzeit prüfe, ob eine Überführung der Straße über die Gleise mit dem Schutz des UNESCO-Welterbes vereinbar ist, oder ob eine Unterführung die wirtschaftlich und touristisch sinnvollere Lösung darstellt.