UNESCO WELTERBE MITTELRHEIN

Das Obere Mittelrheintal von Bingen/Rüdesheim am Rhein bis Koblenz befindet sich seit Juni 2002 auf der UNESCO Welterbeliste. Die Kulturlandschaft des Oberen Mittelrheintales umfasst das rund 65 km lange Durchbruchtal des Rheins durch das Rheinische Schiefergebirge.

Mit den Gemarkungen der Städte Rüdesheim am Rhein und Lorch ist der Rheingau-Taunus-Kreis an dem UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal beteiligt.

Das Zusammenwirken von Natur und Kultur hat im Mittelrheintal zur Entwicklung einer einzigartigen Kulturlandschaft mit einer eindrucksvollen ökologischen Vielfalt und einem kulturellen Reichtum geführt. Die einzigartige Kulturlandschaft des Mittelrheintales wird bestimmt durch die natürlichen Gegebenheiten des steilhängigen Flußtales und der vom Menschen geprägten Landschaft des Steillagen- bzw. Terrassenweinbaues, der zahlreichen Burganlagen, der historischen Ortsbilder und dem Rhein als bedeutender Verkehrsweg seit vorgeschichtlicher Zeit.
Das tief eingeschnittene Tal bildet, im Windschatten des Hunsrückes gelegen, einen klimatisch begünstigten Raum. Hier haben Tiere und Pflanzen Lebensräume gefunden, deren Hauptverbreitungsgebiet der Mittelmeerraum und der Südosten Europas sind. Dazu hat der Steillagen- und Terrassenweinbau entscheidend die Lebensbedingungen wärmeliebender Tiere und Pflanzen verbessert. Es sind im Mittelrheintal eine Reihe von vielfältigen Biotopkomplexen aus Felsenbirnen-Gebüschen, Waldflächen, Eichenniederwald, Magerrasen und xerothermen Felsband und Steinschuttgesellschaften vorhanden.

Im späten 18.Jahrhundert wurde das Rheintal von Literaten und Malern als Reiseziel entdeckt. Insbesondere sind hier zu nennen Heinrich von Kleist, Friedrich von Schlegel, Clemens von Brentano, Heinrich Heine und Johann Wolfgang von Goethe. Sie alle waren von der abwechslungsreichen, romantischen Kulturlandschaft und dem Wein begeistert. Sie haben sich von der gewaltigen Landschaft inspirieren lassen.
Clements von Brentano und Heinrich Heine schufen mit der Gestalt der Loreley einen bis heute lebendigen Mythos. Maler wie Carl Gustav Carus und William Turner entwarfen ein romantisch überhöhtes Bild der Landschaft.
In der Zeit der Rheinromantik wurden von Angehörigen des preußischen Königshauses zahlreiche, durch den dreißig-jährigen Krieg zerstörte Burgen (Burgruinen) erworben und zu romantischen Sommerschlössern ausgebaut. Die 21 Burgen und Ruinen sind im Mittelrheintal besondere Attraktionen und sind in der bestehenden Fülle weltweit einzigartig.

Der allgemeine Strukturwandel, der Massentourismus, das Rheintal als Herzstück europäischer Verkehrsverbindungen in Nord-Süd-Richtung, der Quarzitabbau und die Ansiedlung moderner Wohngebäude gehen auch am Mittelrheintal nicht spurlos vorüber.
Den im Rahmen des Strukturwandels entstehenden Entwicklungsproblemen kann nur mit einem gemeinsamen Vorgehen der regionalen Akteure im Mittelrheintal entgegengewirkt werden. Die Übernahme des „Oberen Mittelrheintales“ in das UNESCO-Weltkulturerbe bietet im Rahmen der länderübergreifenden Zusammenarbeit“ eine große Chance zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Tales.

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