PRESSEMITTEILUNGEN   (Detailansicht)

Datum:02.10.2017
Kategorie: Jobcenter
Autor: Pressestelle

„Wir haben unser Selbst­bewusstsein wieder­entdeckt und sind aus der Isola­tion heraus.“

Das Sozialraumprojekt für den Bereich Aarbergen und Hohenstein fand einen erfolgreichen Abschluss für die TeilnehmerInnen, die Träger des Projektes und die Betreuerinnen der ProJob.

Sozialraumprojekt in Aarbergen und Hohenstein: Langzeitarbeitslose haben wieder berufliche Perspektiven / Fünf erfolgreiche Vermittlungen

An den ersten Tag im Sozialraumprojekt für den Bereich Aarbergen und Hohenstein kann sich Falk B. noch genau erinnern: „Es war wie am ersten Schultag. Jeder schaute nur unter sich auf den Boden, wir kannten uns nicht, keiner sprach ein Wort, jeder war verunsichert, weil sich alle nutzlos vorkamen und eigentlich wollte jeder im Boden versinken.“ Ein halbes Jahr später spricht Falk B. offen über seine Lebenssituation, gibt es eine rege und muntere Unterhaltung im „Grünen Raum“ der „Alten Schule“ in Breithardt. Dort findet die Abschlussveranstaltung des Projektes statt, das vom Kommunalen JobCenter des Kreises und der ProJob Rheingau-Taunus GmbH – gefördert vom Hessischen Sozialministerium – durchgeführt wird und sich an Langzeitarbeitslose wendet. Ihnen wieder Lebensmut, Selbstbewusstsein und Ziele zu geben, dafür setzten sich Anna Marina Wenzel und Laura Brennert von der ProJob ein.

Das Sozialraumprojekt hat das Ziel, Perspektiven für Langzeitarbeitslose, begrenzt auf eine Region, zu finden. Der Geschäftsführer der ProJob GmbH, Winfried Kühnl: „Wir wollen Möglichkeiten und Interessen bei jedem Einzelnen ausloten, um ihm eine Chance zu eröffnen, sich wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.“ Dabei werden auch die Bürgermeister vor Ort eingebunden, die die heimischen Betriebe kennen und somit Kontakte herstellen sollen. „Sehr viele freie Arbeitsstellen erscheinen nicht in den Medien, sondern werden vor Ort in Gesprächen zwischen Menschen, die sich kennen, vermittelt“, so Kühnl. Hohensteins Bürgermeister Daniel Bauer zeigt sich jedenfalls von dem Projekt begeistert, das zunächst in Aarbergen mit 10 Teilnehmern startete und seine Fortsetzung in Hohenstein mit 12 Teilnehmern fand.

Bürgermeister Bauer spart nicht mit Komplimenten für die Anwesenden: „Sie haben Verantwortung für sich übernommen, haben an Selbstbewusstsein gewonnen und – was ganz wichtig ist – sie glauben wieder an sich und ihre beruflichen Qualitäten.“ Statt sich selbst zu unterschätzen, „entdeckten die Teilnehmer ihre Fähigkeiten wieder“. Zudem gibt er ein Versprechen ab. „Die Gemeinde lässt Sie nicht hängen. Wir werden jeden weiter unterstützen. Im kommenden Jahr entstehen neue Arbeitsplätze im Bereich der Kinder- wie der Seniorenbetreuung in Hohenstein“, ruft Daniel Bauer den Teilnehmern zu. Die beruflichen Perspektiven sind da.

Auch Anna-Marina Wenzel kann von Erfolgen berichten. Fünf der Teilnehmer wurden in Minijobs – mit Aussicht auf zeitliche Aufstockung – oder in Praktika vermittelt. Eine Frau fand einen Minijob in einer Kantine in Aarbergen. „Der Chef hat sie nun eingestellt und wird womöglich ihre Arbeitszeit aufstocken können“, berichtet Anna-Marina Wenzel. Diese Frau wie eine weitere hätten nun wieder „den Fuß im ersten Arbeitsmarkt“. Beide seien sehr engagiert, waren hartnäckig, um den jeweiligen Job zu bekommen und wurde nun belohnt. „Ein Teilnehmer hatte nach zehn Jahren sein erstes Bewerbungsgespräch, was für sein persönliches Selbstwertgefühl von enormer Bedeutung war. Der Mann glaubt wieder an sich“, so Laura Brennert.

Laura Brennert und Anna-Marina Wenzel weisen aber auch stets auf die Ausgangslage der zwölf Teilnehmer hin. „Von Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten war keine Spur. Viele lebten vereinsamt vor sich hin, sprachen davon, dass sie doch gar keine Fähigkeiten haben“, betonen sie. In vielen Einzelgesprächen, aber auch durch die positive Gruppendynamik, fanden die Teilnehmer den Glauben wieder, beruflich etwas leisten zu können, wurden die eigenen Fähigkeiten wieder-entdeckt. „Wir haben wieder Selbstbewusstsein“, sagt der 59-jährige Klaus S. stolz, der zunächst überhaupt nicht zu dem Sozialraumprojekt, dessen Teilnahme freiwillig ist, kommen wollte. „Ich habe mich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, weil Langzeitarbeitslosigkeit bedeutet, dass man sich von Freunden oder Verwandten immer mehr zurückzieht, weil man sich stigmatisiert fühlt und so vereinsamt.“ Nun wird Klaus S. ab 1. Dezember die Akten den Gemeinde Aarbergen archivieren.

Das Sozialraumprojekt half ihm zurück ins Leben, sagt er begeistert. „Wir sind alle aus der Isolation heraus.“ Heute könne er wieder reden, habe sich – wie alle – auf die Treffen am Dienstagmorgen in Breithardt gefreut. „Wenn es Probleme gab, etwa mit dem ÖPNV, dann haben uns Frau Brennert und Frau Wenzel oder auch der Bürgermeister geholfen.“ Das ist die Intention des Projektes. „Die Teilnehmer müssen sich aber das Laufen wieder selbst beibringen“. Oder wie es Bürgermeister Daniel Bauer zusammenfasst: „Was jeder einzelne Teilnehmer in den sechs Monaten geschafft hat, ist sein ganz persönlicher Erfolg, aus dem jeder für sich persönlich Nektar ziehen kann.“ Bauer drückt allen die Daumen, dass es mit dem Job weiterhin so gut klappt. Die Teilnehmer dankten vor allem den Betreuerinnen Laura Brennert und Anna-Marina Wenzel für ihr Engagement, sowie den „Erfindern“ des Sozialraumprojektes. „Ein ganz wichtiges und wirkungsvolles Projekt“, lautet die einhellige Meinung.

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