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Datum:17.04.2019
Kategorie: Jugendhilfe, Jugendförderung
Autor: Pressestelle

„Was tun, wenn Eltern die Hand ausrutscht“


Jugendhilfe-Dezernentin Monika Merkert weist auf den „Tag der gewaltfreien Erziehung“ hin / Hinweise zum Verhalten

„Wir stellen täglich in unserem Jugendamt fest, dass sich die Mehrheit der Eltern liebevoll und mit großer Hingabe um ihre Kinder kümmert. Wachsende Anforderungen und Verunsicherung in vielen Lebensbereichen, machen es Eltern jedoch oft nicht leicht, ihre Erziehungsverantwortung zu erfüllen, oder auch ihren eigenen Ansprüchen gerecht zu werden“, mit diesen Worten weist Jugenddezernentin Monika Merkert auf den „Tag der gewaltfreien Erziehung“ hin, der bundesweit alljährlich am 30. April begangen wird.

Schlecht geschlafen, stressiger Job und dann noch das bockige Kind, das nicht einsehen möchte, dass es Hausaufgaben machen muss, bevor Freizeitaktivitäten auf dem Plan stehen, und darauf mit Schreien und Brüllen reagiert. Da haben manche Eltern sich kurzzeitig nicht mehr im Griff, die Hand rutscht aus. Ein kleiner Klaps bedeutet keinen Weltuntergang, vor allem wenn es einmalig passiert ist. „Aber es ist auch keine Kleinigkeit: Es ist ein ernstzunehmendes Warnzeichen, dass Eltern sich in einer überfordernden Situation befinden und etwas verbessert werden muss“, so die Dezernentin. Kinder wollen wissen, wie weit sie gehen können und testen ihre Grenzen aus. Dieses Verhalten der Kinder zeigt, dass sie sich bei ihren Eltern sicher fühlen.

Kinder sind mit dieser Macht allerdings überfordert. So kann es sein, dass Situationen entstehen, in denen Kinder ihre Eltern so lange herausfordern, bis diese explodieren, sinnlose Strafen verhängen oder ihnen sogar mal die „Hand ausrutscht“. Monika Merkert: „Die allermeisten Eltern wissen, dass es zum einen verboten ist und zum anderen keine akzeptable Erziehungsmethode darstellt, aber sie fühlen sich hilflos und wissen in diesen Situationen nicht weiter.“
Viele Eltern sind dann von sich selbst enttäuscht, sie wollen ihre Kinder mit Liebe und Geduld erziehen und dann passiert so etwas! Danach haben sie Schuldgefühle und wollen besonders lieb zu ihrem Kind sein, um es wieder gut zu machen.

Aber dieses Wechselspiel von Aggression und Zuwendung tut den Kindern nicht gut: so ein Wechselbad der Gefühle macht die Kinder orientierungslos und unzufrieden und damit anstrengender. „Wie können Eltern sich dann aber verhalten, damit es weder zu körperlicher noch psychischer Gewalt in Form von Abwertung und Beleidigung kommt?“, fragt nicht nur Jugendhilfe-Dezernentin Monika Merkert. Antwort gibt es von Martina Kreikebaum von der Jugend- und Familienberatungsstelle in Rüdesheim am Rhein: „Grundsätzlich ist es wichtig, dass Kindern die Regeln, die Spielräume und auch die Grenzen klar und deutlich, altersangemessen und in kindgerechter Sprache vermittelt werden.“

Das bedeutet auch, je kleiner die Kinder sind, umso mehr gute Autorität ist von Elternseite gefordert: Die Eltern haben die Verantwortung und sind die „Bestimmer“. Kleinere Kinder schlagen manchmal nach ihren Eltern, hier sollten die Eltern klar und deutlich „Nein“ sagen und ernsthaft zeigen, dass Schlagen für sie nicht in Ordnung ist. Für den Fall einer Eskalation ist es dann besser, einmal fünf Minuten den Raum zu verlassen, um sich zu sammeln. Martina Kreikebaum: „ Im weiteren Entwicklungsverlauf von Kindern ist es wichtig, sie darin zu unterstützen, sowohl die eigenen Interessen als auch die Interessen der anderen Menschen wahrzunehmen, Konflikte friedlich zu lösen und Regeln zu akzeptieren.“

Weiterhin sollten Eltern ihren Kindern vorleben, dass Gewalt oder auch Androhung von Gewalt keine Lösung für Konflikte ist. „Dies können sie durch ihr eigenes Verhalten bei Konflikten in der Partnerschaft, innerhalb der Familie, der Nachbarschaft und im Straßenverkehr etc. tun“, so die Expertin. Monika Merkert weist abschließend darauf hin, dass Eltern bei den Jugend- und Familienberatungsstellen des Kreises Wege aufgezeigt werden, wie Konfliktsituationen in der Familie gewaltfrei gelöst werden können:  In Rüdesheim (Telefon 06722-710190) oder in Idstein (Telefon 06126-959570). Hilfen und Beratung erhalten Sie auch beim Fachdienst Jugendhilfe des Rheingau-Taunus-Kreises, Heimbacher Str. 7, 65307 Bad Schwalbach, Telefon 06124-510583.

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