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Datum:17.12.2021
Kategorie: Prävention
Autor: Pressestelle

„Präventionsarbeit verliert vor allem nicht an Aktualität“

Landrat Frank Kilian und der für Prävention zuständige Mitarbeiter Franco Matera überreichen den Präventionspreis des Rheingau-Taunus-Kreises für die Jahre 2020 und 2021

Landrat Frank Kilian übergibt Präventionspreis des Kreises für die Jahre 2020 und 2021 / Fünf Projekte ausgezeichnet

„Solange es kein konfliktfreies Zusammenleben in der Gesellschaft gibt, benötigen wir eine funktionierende, effiziente, sich an den wechselnden Anforderungen orientierende Präventionsarbeit“, stellt Landrat Frank Kilian anlässlich der Verleihung des Präventionspreises des Rheingau-Taunus-Kreises für die Jahre 2020 und 2021 fest. Kilian mit Blick auf die 20-jährige Geschichte des Preises: „Präventionsarbeit verliert vor allem nicht an Aktualität, wie die prämierten Vorschläge deutlich zeigen.“ Diese vorbeugenden Maßnahmen dürfen sich jedoch nicht nur an junge Menschen richten, sondern „müssen als ein generationenübergreifendes Thema verstanden werden, das die Gesundheitsprophylaxe mit einbindet“, so der Landrat. Schließlich sind Menschen aller Generationen vielen, gerade auch negativen Einflüssen ausgesetzt, ob via Internet, den Sozialen Medien oder im Alltag, wie die Vielzahl von Trickbetrügereien zeigt, denen Senioren zum Opfer fallen.

Das Ziel von Präventionsarbeit ist es deshalb, zum einen den Kindern und Jugendlichen frühzeitig einen kompetenten und verantwortungsvollen Umgang mit den potentiellen Gefahren, beispielsweise des Internets wie der sozialen Medien, zu vermitteln und andererseits auch vorbeugende Maßnahmen für ältere Menschen zu entwickeln. So lobte Kilian ausdrücklich die Kreativität und die Facetten der eingereichten Projekte, die einer öffentlichen Würdigung bedürfen; zumal sie zur Nachahmung empfohlen sind. Der Landrat: „Die Projekte zeigen, wie auf potentiellen Gefahren kompetent reagiert werden kann und tragen damit zum Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung bei.“ Neben der öffentlichen Würdigung ist der Präventionspreis mit jährlich 3.000 Euro dotiert.

Der Präventionspreis des Rheingau-Taunus-Kreises im Jahr 2020 ging in gleichen Teilen an das Rheingaugymnasium in Geisenheim für das Projekt „Soziales Engagement“, an die Nikolaus-August-Otto-Schule für das Projekt „Schule in guter Verfassung“ und das Mehrgenerationenhaus Oestrich-Winkel für die Aktion „Ü-Post“. Die Beruflichen Schulen Untertaunus führten einen Präventionsworkshop zum Thema „K.-O-Tropfen“ durch, der nun mit dem Preis 2021 prämiert wurde. Diesen erhielt zudem die Pestalozzischule in Idstein für ihr sportliches Bewegungsangebote in Zeiten der Distanzbeschulung.

Gemeinsam mit Landrat Frank Kilian erläuterten die Vertreter der Preisträger die Intention ihres jeweiligen Projektes. In der Rheingauschule in Geisenheim gibt es seit dem Schuljahr 2012/13 den Wahlunterricht „Soziales Engagement“. Ein Ziel ist dabei, dass sich die Schülerinnen und Schüler im sozial-emotionalen Bereich weiterentwickeln. Sie besuchten die Bewohner von Senioreneinrichtung, helfen in Kindertagesstätten oder Behinderteneinrichtungen. Sie befassten sich mit der Lebenswelt von Obdachlosen und organisierten die Hygieneartikel für sie. „Die Schüler können sich mit ihren eigenen, kreativen Ideen einbringen und so entstehen immer neue Projekte“, erläutert Studienleiterin Isabell Görtz und weiter: „Die Schüler haben während des Lockdowns gemerkt, dass viele Mitschüler aber auch Erwachsene allein Zuhause lebten, oft ohne Kontakt zur Außenwelt. Daraufhin nahmen sie Verbindungen auf und durchbrachen die Isolation.“

2018 beschloss die Kultusminister-Konferenz, dass öffentlichen Schulen verstärkt „demokratische Bildungsangebote“ anbieten sollen. Die Nikolaus-August-Otto-Schule in Bad Schwalbach entwickelte daraufhin das Projekt „Schule in guter Verfassung“. „Wir setzten uns in jedem Schuljahr mit einem anderen Artikel des Grundgesetzes auseinander, so dass sich die Schüler im Laufe ihrer Schulzeit mit allen Artikeln des Grundgesetzes auseinandersetzen“, berichtet AG-Leiterin Josephine Koch. Zuletzt lag der Fokus auf dem Diskriminierungsverbot von Artikel 3. „Unsere Schüler sollen die Artikel des Grundgesetzes am eigenen Leib erleben“, so die AG-Leiterin. In diesem Schuljahr befassen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Meinungs- und Pressefreiheit. Inzwischen gibt es auch eine eigene Schüler-AG, die sich „Schule in guter Verfassung“ nennt und eigene Aktionen plant. Das Fazit von Josephine Koch: „Unser Vorhaben, das Grundgesetz als positiven Bezugspunkt in der politischen Auseinandersetzung zu etablieren, scheint aufzugehen.“

„Pandemie und Lockdown trafen vor allem die älteren Menschen“, weiß Christiane Kompch-Maneshkarimi, Leiterin des Mehrgenerationenhaus Oestrich-Winkel (MGH), zu berichten. Das gewohnte Treffen im MGH konnten nicht mehr durchgeführt werden. Die Folgen waren „Einsamkeitsanrufe ohne Unterlass“. Christiane Kompch-Maneshkarimi: „Das MGH-Team überlegte sich analoge Möglichkeiten der Kontaktpflege mit der Zielgruppe Senioren.“ Die MGH-Ü-Post – Ü für Überraschung – ging an alle interessierten Seniorinnen und Senioren der Stadt. Inzwischen sind es 200 Personen, die die Ü-Post mit interessanten Beiträgen erhalten.

„Wir leisten einen aktiven Beitrag gegen das ‚Corona-Fett‘ und Bewegungsfaulheit“, erzählt die Leiterin der Pestalozzischule in Idstein, Ina Ofenloch, die den Präventionspreis des Kreises 2021 erhielt. Während des Lockdowns verbunden mit Distanzunterricht war an die Durchführung von Sportunterricht nicht zu denken. Ina Ofenloch: „Wir wissen aber, dass Sport hilft, Stress abzubauen. So entstand die Idee: ‚Wir machen Sport per Video‘.“  Die Fachschaft Sport der Schule entwickelte virtuelle Bewegungsaufträge, denen die Schülerinnen und Schüler gerne und konsequent nachkamen. „Vom Sofa bis zum Treppenhaus wurde die gesamte Wohnung einbezogen“, so die Schulleiterin. Auch die Lehrkräfte zeigten sich sportlich. Daraus entwickelten sich zudem Wettbewerbe zwischen einzelnen Klassen, die abschließend prämiert wurden.

Schon die Nennung des Begriffs „K.o.-Tropfen“ sorgt für Angst. Das Delikt, das sich hinter dem Begriff verbirgt, ist altbekannt und doch nimmt die Zahl der Opfer stetig zu. K.o.-Tropfen sind Drogen, die einen Menschen bewusstlos, hilflos oder handlungsunfähig machen. Zu viele Fälle sind mittlerweile bekannt, in denen vor allem Frauen statt einer sorglosen Partynacht einen absoluten Albtraum erlebten. „Im Rahmen ihrer Tätigkeit als Beratungslehrkräfte war es den Kolleginnen Stefanie Ehrengart und Bärbel Nachtigal ein besonderes Anliegen auf die Brisanz und Gefährlichkeit von K.O.-Tropfen hinzuweisen“, berichtet Markus Enders, Leiter der Beruflichen Schulen Untertaunus.

Eine Umfrage unter den Jugendlichen sorgte dann für Erstaunen. Enders: „Wir waren überrascht, wie viele Jugendliche damit schon Erfahrungen gemacht haben.“ Wer in Partylaune ist und sich auf der Tanzfläche bewegt, der lässt sein Getränk schon einmal unbewacht zurück. Das nutzt mancher, um K.O.-Tropfen in Getränk zu mischen; mit fatalen Folgen für die Betroffenen. „In dem Workshop, in dem auch ergänzende Inhalte, wie verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol, Safer Sex und sexualisierte Übergriff, angesprochen wurden, fand ein engagierter Austausch zwischen den jungen Menschen statt“, unterstreicht Markus Enders die Bedeutung solcher präventiven Maßnahmen. Landrat Kilian abschließend: „Gerade an diesem Thema zeigt sich, dass wir uns mit solchen und vergleichbaren Themen immer wieder befassen müssen, um präventiv und aufklärend zu wirken.“


Foto:
Landrat Frank Kilian und der für Prävention zuständige Mitarbeiter Franco Matera (links) überreichen den Präventionspreis des Rheingau-Taunus-Kreises für die Jahre 2020 und 2021 an Isabell Götz (Rheingauschule), Markus Enders (Berufliche Schulen Untertaunus), Josephine Koch (Nikolaus-August-Otto-Schule), Christiane Kompch-Maneshkarimi (Mehrgenerationenhaus Oestrich-Winkel) und Ina Ofenloch (Pestalozzischule).

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