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Datum:30.09.2020
Kategorie: Schule
Autor: Pressestelle

Mit digitalen Ideen ins Klassenzimmer

Landrat Frank Kilian mit den beiden Klassensprechern Carla und Niklas von der Grundschulklasse 3b der IGS Obere Aar in Taunusstein.

Beim Wettbewerb „Smarte Schule – Klasse Ideen“ sind fünf Preisträger gekürt worden

Wenn es um die Frage geht, wie der Schulunterricht digital unterstützt werden könnte, fragt man am besten die junge Generation, die sich bekanntermaßen mit technischen Innovationen besonders gut auskennt. Genau das hat der Rheingau-Taunus-Kreis getan und sich mit dem Wettbewerb „Smarte Schule – Klasse Ideen“ an seine Schülerinnen und Schüler aus dem Kreisgebiet gewandt. Zahlreiche Beiträge in unterschiedlicher Form, vom Podcast über Comics bis zum Erklärvideo, hatten die Kreisverwaltung in Bad Schwalbach erreicht und gezeigt, wie Homeschooling oder E-Learning in Zukunft aussehen könnte.
Dass Lösungen für die Digitalisierung im Unterricht brandaktuelle Themen sind, hat das Coronavirus eindrucksvoll demonstriert, schließlich hatte es im März den Schulbetrieb vollkommen lahmgelegt. Umso gespannter war man auf die Ideen aus der Schülerschaft – und auch auf die Beiträge der Lehrer, denn auch hier war ein Preis ausgelobt. Frank Kilian, Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises, war von den Einsendungen begeistert. „Sie zeigen das Leistungsvermögen unserer Schüler. In Sachen IT können eher die Schüler den Lehrern ein bisschen Nachhilfeunterricht geben.“
Der Rheingau-Taunus-Kreis lobt jedes Jahr einen Wettbewerb aus, um die Schulen, die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrer zu einem konkreten Thema zu befragen. In diesem Jahr stand das Thema Digitalisierung bereits fest, bevor das Coronavirus die Situation noch zusätzlich anfeuerte. „Die Digitalisierung an den Schulen und der Digitalpakt waren schon vor Corona ein großes Thema, aber in dieser Situation sind sie es umso mehr“, betont Landrat Kilian. „Natürlich müssen wir als Schulträger auch unseren Beitrag dazu leisten, dazu gehört die Breitbandversorgung, die W-LAN-Ausstattung, die Bereitstellung von Hard- und Software. Und mit einem solchen Wettbewerb wollen wir den Prozess noch dynamischer gestalten.“
Über 750 Stimmen wurden beim Voting auf dem Portal www.zusammen-zukunft.de abgegeben, man konnte für drei verschiedene Kategorien abstimmen: Beiträge von Schülern bis Klasse 6, ab Klasse 6 und Beiträge von Lehrern. Weil die Preisverleihung Corona-bedingt nicht in Form einer klassischen Veranstaltung stattfinden konnte, wurde die Aula des Gymnasiums Bleidenstadt kurzerhand zum Studio umfunktioniert und die Sieger digital im Live-Stream gekürt.
Allen voran Tim Tucholke von der Theißtalschule in Niedernhausen, der mit seinen Klassenmitschülern in einem Podcast die Idee einer zentralen App vorstellte, die alle wichtigen Funktionen wie Kommunikation, Klassenbuch-Einträge und Lehrerpläne vereint und die möglichst einheitlich auf Landesebene umgesetzt wird. Mit diesem Konzept gewann der Schüler in der Kategorie Schüler-Beitrag ab Klasse 6 nicht nur ein i-Pad, sondern auch ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro, das für Digitalisierungszwecke eingesetzt werden soll. „Ich bin der Meinung, dass heutzutage Fächer wie IT oder digitale Technik als Unterrichtsfach in den Lehrplan mitaufgenommen werden müssen, weil diese Themen einfach zu kurz kommen“, sagte er im Anschluss an die Preisvergabe.
Den Sieg in der Kategorie Schüler-Beitrag bis Klasse 6 schnappte sich Ema Krobová von der Limesschule in Idstein. Die Schülerin hatte in einem selbstgezeichneten Comic dargestellt, wie Schule im Jahr 2069 aussehen könnte: Statt Lehrbücher werden in den Bibliotheken Tablets und Laptos ausgeliehen, mit Chips erhalten die Schüler Zugang zur Schule und speichern auf diesen Karten direkt ihre Lehrpläne. Unterrichtet wird nicht mehr von Lehrern, sondern von Robotern, die den Lehrstoff nicht mehr an Tafel an die Wand malen, sondern auf digitalen Flächen darstellen. „Außerdem würde ich mir wünschen, dass der Unterricht erst um 9 Uhr morgens beginnt, dann können Kinder viel besser lernen“, lautet ihr Vorschlag.
Der zweite Preis in dieser Kategorie ging ebenfalls an die Limesschule in Idstein. Petra Radovanovic plädierte dafür, mehr i-Pads im Unterricht einzusetzen, um sich die schweren Lehrbücher, Hefte und Ordner im Schulranzen sparen zu können. „Ich denke da auch an unsere Mitschüler, die gehandicapt sind und es viel besser hätten, wenn sie nicht mehr so viel schleppen müssten.“ In der Kategorie der älteren Schüler wurde der zweite Preis an Jan Stangenberg und seine Projekt-Gruppe „Try Guys Homeschooling“ von den Beruflichen Schulen Untertaunus verliehen. Die Jungs hatten in einem Podcast die Vor- und Nachteile verschiedener Programme und Software unter die Lupe genommen. Für den zweiten Preis gab es jeweils ein Paar Air-Pods und 500 Euro Preisgeld.
Unter den Lehrer-Einsendungen wurde das Video von Jochen Ferger gekürt, der sich mit seinem Beitrag nicht nur als Star Wars-Fan outete, sondern auch demonstrierte, wie ein vernünftiger Homeschooling-Unterricht organisiert werden kann. Denn die Beruflichen Schulen Untertaunus haben im Lockdown das Microsoft-Programm Teams etabliert und darüber Hausaufgaben, Chats und Konferenzen abgewickelt. „Wir wissen nicht, was kommen wird, aber wenn was kommt, sind wir jetzt besser vorbereitet“, freut sich Jochen Ferger über die erfolgreiche Digitalisierung an seiner Schule und auch darüber, dass es für ein Preisgeld in Höhe von 750 Euro für seine Schule gab.
Dass man sich auch im Grundschulalter vom Corona-Lockdown nicht hat unterkriegen lassen, beweist die Grundschule an der IGS Obere Aar in Taunusstein. Dort hatte die Klasse 3b von Klassenlehrerin Mirjam Leutbecher mit dem Projekt „Wale“ ein klares Ziel vor Augen. Die Kinder malten und bastelten im Homeschooling jede Form der Meeressäuger und lernten so alles kennen, was es über diese Tiere zu wissen gibt. Fotos wurden per Whats App verschickt und mit der Lehrerin regelmäßig telefoniert. „Das hat gut geklappt“, beteuerten die beiden Klassensprecher Carla und Niklas bei der Preisverleihung, wo sie den Sonderpreis in Empfang nehmen durften: ein großer Globus zum Entdecken der Welt, natürlich digital zu bedienen. „Die Corona-Krise hat uns vor Augen geführt, wo es in Sachen Digitalisierung noch Nachholbedarf gibt. Die Preise dieses Wettbewerbs sollen dazu motivieren, nicht locker zu lassen und digitale Lösungen im Schulbetrieb weiter voran zu treiben“, so Landrat Frank Kilian.

Wer möchte, kann sich den Live-Stream zur Preisverleihung „Smarte Schule – Klasse Ideen“ auf dem Portal www.zusammen-zukunft.de anschauen.

Foto: Landrat Frank Kilian mit den beiden Klassensprechern Carla und Niklas von der Grundschulklasse 3b der IGS Obere Aar in Taunusstein.

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