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Datum:04.10.2021
Kategorie: Sport
Autor: Pressestelle

„Jetzt haben wir eine Olympiasiegerin im Kreis“

Sportschützin Natascha Hiltrop präsentiert ihre Medaillen. Sportkreisvorsitzender Markus Jestaedt, Landrat Frank Kilian, Werner Koch vom Sportkreis und Sport-Dezernent Hans Rodius (von links) gratulieren Natascha Hiltrop zu deren Erfolg.

Landkreis und Sportkreis würdigten die Leistungen von Paralympics-Teilnehmerin Natascha Hiltrop / Gold und Silber in Tokio gewonnen / Botschafterin für Inklusion im Rheingau-Taunus-Kreis / Pilotprojekt

Viele, überregional bekannte Sportler hat der Rheingau-Taunus-Kreis bisher nicht vorzuweisen. Das veränderte sich aber unlängst bei den Olympischen Spielen und den Paralympics in Tokio grundlegend. Johannes Golla aus Eltville vertrat die deutschen Farben beim Handball, blieb aber ohne Medaille. Die Sportschützin Natascha Hiltrop aus Hünstetten machte es deutlich besser: Die 29-Jährige kehrte gleich mit zwei Medaillen von den Paralympics in Tokio in ihren Wohnort zurück: Nach Gold mit dem Luftgewehr gab es Silber im Wettbewerb Dreistellung Kleinkaliber-Gewehr. Zudem trug Natascha Hiltrop bei der Abschlussfeier die deutsche Fahne. „Das war natürlich eine besondere Ehre“, wie sie empfand. Am Mittwoch würdigten nun Landrat Frank Kilian und der Vorsitzende des Sportkreises Markus Jestaedt während einer Feierstunde im Kreishaus die Leistung der Athletin, der Landrat Frank Kilian zudem die Goldene Sportlernadel des Rheingau-Taunus-Kreises überreichte.

„Jetzt haben wir eine Olympiasiegerin im Kreisgebiet“, freute sich Landrat Frank Kilian. Natascha Hiltrop ließ im Gespräch mit Markus Jestaedt dann noch einmal die entscheidenden Momente des Wettbewerbs in Tokio Revue passieren. Die Sportschützin: „Ich habe mich im ersten Wettkampf ganz auf meinen letzten Schuss konzentriert. Ich befand mich im ‚Tunnel‘ und wusste deshalb gar nicht, dass es so knapp war und ich in Führung lag.“ Mit einem Gesamtwert von 253,1 Ringen und einem hauchdünnen Vorsprung von 0,1 Ringen vor der Südkoreanerin Jino Park gewann die 29-Jährige die Goldmedaille. Im zweiten Wettbewerb gelang dieses „Ausblenden“ nicht ganz so gut: „Ich wusste, dass ich führe. Da ging der Puls beim letzten Schuss plötzlich nach oben und so fehlte die Genauigkeit.“

Aber auch über Silber freut sich Natascha Hiltrop, die bereits 2016 bei den Paralympics in Rio de Janeiro Silber gewann. Angesprochen auf die Stimmung in Tokio betont die Sportschützin: „In Rio sorgten die Zuschauer für ein gutes Feeling. In Tokio fehlten die jubelnden Zuschauer einfach, die die Sportler anfeuern.“ Die wenigen japanischen Helfer in den Stadien „taten zwar alles, um wenigstens ein bißchen Stimmung zu erzeugen“. Vermisst hat Natascha Hiltrop aber den Kontakt zu anderen Athletinnen und Athleten. „Olympia und Paralympic sind der Treffpunkt der Sportler aus aller Welt. Da spricht man miteinander, tauscht sich aus hat Kontakt untereinander. Das entfiel diesmal leider.“

Landrat Kilian würdigte die sportliche Leistung der 29-Jährigen, die trotz Jetlags – am Eröffnungstag der Paralympics saß sie noch im Flieger Richtung Tokio – und einer Portion Lampenfieber gleich ihre Bestleistung erbrachte. Beim Schießen treten Frauen und Männer gegeneinander an. „Gleichzeitig geht es darum, den Spannungsbogen aufrechtzuerhalten und – über die zeitliche Länge des Wettbewerbes – immer fokussiert und hochkonzentriert zu bleiben“, so Frank Kilian. Diese Leistungen und die spannenden Wettbewerbe im Sportschießen verdienten eigentlich eine höhere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Kilian bedauerte es deshalb, dass diese Sportart im Fernsehen zu selten gezeigt wird. In Richtung Natascha Hiltrop gewandt, betonte der Landrat: „Mit Ihrem sympathischen und bescheidenen Auftreten sind Sie eine hervorragende Botschafterin des Schießsportes.“

Markus Jestaedt wie Frank Kilian dankten auch dem SV Falke Dasbach für die Unterstützung. Auf der Anlage des Vereines findet die Sportschützin beste Trainingsbedingungen für ihren Sport. „Die Anlage in Dasbach ist sehr hilfreich für mich“, betonte Natascha Hiltrop, die auch deutlich unterstrich, welche Bedeutung der Sport für sie als Mensch mit einer körperlichen Beeinträchtigung hat. Durch den Sport und den Erfolg habe sie sich in die Gesellschaft besser integriert gefühlt, konnte am gesellschaftlichen Leben teilhaben und wurde anerkannt.

Der Sportkreis-Vorsitzende Markus Jestaedt, Landrat Kilian und Werner Koch vom Sportkreis Rheingau-Taunus hoben zudem hervor, dass Natascha Hiltrop die Funktion einer Inklusions-Botschafterin im Rheingau-Taunus-Kreis übernommen hat. Das vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport geförderte Pilotprojekt trägt den Titel „Gleichberechtigte Teilhabe im Alltag – Inklusion im Vereinssport“ und zielt darauf ab, den Breitensport für Menschen mit Behinderung auszubauen und weiterzuentwickeln. „In Sportvereinen sollen Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene eingerichtet bzw. weiterentwickelt werden, die Menschen mit Behinderungen eine Teilnahme ermöglicht“, erläuterte Werner Koch. Um Aktivitäten im Breitensport vermitteln zu können, sind Schulungen bzw. Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für Übungsleiterinnen und Übungsleiter vorgesehen. Koch: „Die Pandemie hat uns leider ausgebremst. Wir wollen jetzt auf die Vereine zugehen. Gleichzeitig suchen wir Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen auf, um abzufragen, welche Bedarf es dort gibt.“
 
Weiterhin sollen Netzwerke unter Berücksichtigung bereits existierender Vernetzungsstrukturen zwischen dem Sportkreis, dem Rheingau-Taunus-Kreis, den Sportverbänden, Sportvereinen, den jeweiligen Interessenvertretungen von Menschen mit Behinderungen und weiteren Akteurinnen und Akteuren miteinander verbunden werden, um voneinander zu profitieren. Dies mit dem Anspruch, eine gleichberechtigte Teilhabe im Alltag zu gestalten.

Foto:
Goldener Glanz im Kreishaus in Bad Schwalbach: Sportschützin Natascha Hiltrop präsentiert ihre Medaillen. Sportkreisvorsitzender Markus Jestaedt, Landrat Frank Kilian, Werner Koch vom Sportkreis und Sport-Dezernent Hans Rodius (von links) gratulieren Natascha Hiltrop zu deren Erfolg.

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