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Datum:11.01.2018
Kategorie: Gesundheit
Autor: Pressestelle

Helios hält weiter unverrück­bar an ihren Schließungs­plänen für Bad Schwal­bacher Kranken­haus fest

Landrat Kilian hatte zur Gesprächsrunde eingeladen / Ernüchterung einerseits, positive Signale andererseits für St. Josef-Hospital in Rüdesheim / Gutachten soll erstellt werden

In einer großen Runde mit Vertretern der beiden Krankenhausbetreiber in Bad Schwalbach und in Rüdesheim am Rhein, Jochen Metzner, dem Referatsleiter „Krankenhausversorgung“ im Hessischen Sozialministerium, den beiden Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper und Marius Weiß, Vertretern der betroffenen Kommunen, Bürgermeister Volker Mosler und Stadtrat Jürgen Barten, Gesundheitsdezernentin Monika Merkert und Mitarbeitern der Kreisverwaltung hat Landrat Frank Kilian die Situation an den beiden Kliniken in der Kreisstadt und in Rüdesheim besprochen. „Nachdem die geplante Schließung des Helios-Krankenhauses in Bad Schwalbach kurz vor Weihnachten bekannt wurde, dazu unterschiedliche Aussagen in der Öffentlichkeit kursierten, habe ich gerade vom Hessischen Sozialministerium und der Helios-Krankenhausgesellschaft die Offenlegung von Zahlen und Fakten verlangt, die der Entscheidung zugrunde liegen“, so Landrat Frank Kilian.

„In dem Gespräch am heutigen Tag im Kreishaus rückte die Geschäftsleitung der Helios-Klinik keinen Zentimeter von ihrem Standpunkt ab und unterbreitete auch keinerlei Zugeständnisse mit Blick auf das Krankenhaus in Bad Schwalbach“, berichtet der Landrat. Zwar liegt der Bescheid auf Förderung durch den Krankenhausstrukturfonds des Bundesversicherungsamtes in Berlin laut der Helios-Regionalgeschäftsführerin noch nicht vor. Es habe aber Nachfragen des Bundesamtes gegeben, so dass ihr Haus davon ausgeht, dass der Antrag bearbeitet wird und eine Entscheidung „in Kürze“ zu erwarten ist. Werde der Antrag im Sinne des Betreibers entschieden, wird Helios ihre Pläne, das Krankenhaus in Bad Schwalbach zu schließen, umsetzen und mit der Umstrukturierung am Standort in eine Fachklinik für Psychosomatik in der Kreisstadt beginnen. Diese Klinik könnte aus Wiesbaden nach Bad Schwalbach verlegt werden, bestätigte auch der Vertreter des Sozialministeriums.

Landrat Kilian und Gesundheitsdezernentin Monika Merkert: „Trotz dieser Aussagen werden wir zu diesem Zeitpunkt keinesfalls den Kampf für den Erhalt des Bad Schwalbacher Krankenhauses beenden.“ Zumal für Kilian und Merkert immer noch nicht wichtige Grundaussagen ausreichend belegt und beantwortet wurden. „So ist die Definition einer bedarfsgerechten Versorgung in unserem Fall kaum nachvollziehbar“, nennt Merkert einen Themenbereich als Beispiel. Welche Zahlen und Informationen lagen der Hessen-Agentur bei ihren beiden Gutachten zur Notwendigkeit der beiden Krankenhäuser vor? „Leider mussten wir feststellen, dass ein Gutachten mit verschiedenen Szenarien uns nur unvollständig zur Verfügung gestellt wurde“, so die Dezernentin. Als Grundlagen dienten unter anderem Bevölkerungszahlen aus 2015, es fehlte eine realistische Bestandsaufnahme. Weil das Gutachten der Hessen-Agentur aus Sicht der Beteiligten aus Kreis und Stadt nicht die Realität abbildet, „wollen wir selbst Fakten erheben und korrekte Zahlen ermitteln lassen“, so Kilian und Merkert.

„Viel optimistischer sieht die Situation für die Klinik im Rheingau aus. Wir stehen zum St. Josef-Hospital und unterstützen die dort geleistete medizinische Arbeit“, fasst Landrat Frank Kilian das Gespräch zusammen. Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper bedankte sich bei der Geschäftsleitung ausdrücklich für deren Bekenntnis zum Standort und der konstruktiven und motivierenden Art der Geschäftsleitung des St.-Josef-Hospital Rheingau GmbH. Auch sie zweifelte an, dass in dem Gutachten der Hessen-Agentur zum dortigen Krankenhaus „die Realität zutreffend abgebildet ist“. So werden alleine die Einwohnerzahlen zugrunde gelegt und nicht berücksichtigt, dass die Stadt jährlich zirka 400.000 Touristen beherbergt.

Landrat Kilian: „Die JoHo Rheingau GmbH hat seit der Übernahme des Krankenhauses vor etwa zwei Jahren viele Initiativen im Rheingau, auch mit den Hausärzten, gestartet, hat Maßnahmen durchgeführt, um die Existenz des Krankenhauses und damit die wohnortnahe Gesundheitsvorsorge für die Menschen im Rheingau zu sichern.“ Die Gesellschaft habe auch 2015 Defizite übernommen, weshalb sie einen Antrag auf einen Sicherstellungszuschlag stellte, der aber bisher nicht positiv beschieden wurden. „Wir haben besprochen, welche Möglichkeiten bestehen. Diese sollen jetzt auf ihre Umsetzbarkeit hin überprüft werden. Es sieht aber gut aus.“ Ehe diese aber nicht Fakt sind, wollen sich alle Beteiligten dazu nicht äußern.

Angestrebt wird eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Kreis und Betreibergesellschaft. Erarbeitet werden soll – vom Kreistag beauftragt – ein Konzept „Bedarfsgerechtes Krankenhaus“, das kreisweit die Grundversorgung sicherstellen und zusammenfassen soll. Landrat Kilian abschließend: „Wir brauchen im Kreisgebiet eine gute medizinische Versorgung für unsere Mitmenschen und dies in enger Abstimmung mit der JoHo Rheingau GmbH. Dabei geht es auch um Fragen, wie im Jahr 2030 die Gesundheitsversorgung im Rheingau-Taunus-Kreis aussehen muss.“

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