PRESSEMITTEILUNGEN   (Detailansicht)

Datum:31.07.2020
Kategorie: Verkehr (allgemein)
Autor: Pressestelle

Gemeinsame Pressemitteilung mit ESWE-Verkehr Wiesbaden: Gute Baugrunderkundung wichtig für geplante CityBahn

Verlauf der Strecke der geplanten CityBahn.

Aartalstrecke wird für Straßenbahnprojekt untersucht bis Bad Schwalbach

Die Baugrunduntersuchung  der alten Aartalbahnstrecke ist in vollem Gange. Zu den vorbereitenden Arbeiten für eine mögliche Straßenbahn unter dem Titel CityBahn ist die Bodenanalyse wichtige Voraussetzung für Planung und rechtmäßige Genehmigung der Trasse. Am 1. November 2020 werden die Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger in einer Abstimmung über die CityBahn entscheiden. Dennoch muss für die vorangestellte Planung, die sogenannte Entwurfsplanung, eine genaue Kenntnis des Baugrundes vorliegen. Dafür sind vorschriftsmäßig Baugrunduntersuchungen durchzuführen. Für die geplante CityBahn und deren Teilstrecke vom Simeonhaus über die Anhöhe Eiserne Hand, durch Taunusstein bis ins Zentrum von Bad Schwalbach, wird die Baugrunduntersuchung durchgeführt.

Die Streckenlänge dieses Abschnitts beträgt rund 15,5 Kilometer. Die Maßnahme dauert aktuell noch rund drei Monate. Voraussetzung ist, dass die Bohrungen nun in einer möglichst regenarmen Zeit durchgeführt werden. Beauftragt mit der Maßnahme ist das erfahrene Fachfirma Labor Gumm (www.labor-gumm.de). Sie haben bundesweit schon viele vergleichbare Projekte durchgeführt. Bei den bisherigen Bohrungen, die direkt auf der alten Bahntrasse bis zu acht Metern in die Tiefe gehen, sind noch keine Überraschungen zu Tage getreten. Der Bohrgeräteführer Christoph Horneck teilt mit: „Der Baugrund hier in der Region Taunusstein zeigt das, was man erwarten konnte, also Schichten aus zersetztem Tonstein und teils Quarzit. Bislang haben wir noch keine Schadstoffe, Kampfmittel oder unerwartete Dinge aus dem Boden nach oben befördert. Wir gehen aktuell davon aus, dass das bis zum Abschluss der Arbeiten so bleibt“, erklärt er weiter.

Ziel der Erkundung ist es, detaillierte Aufschlüsse über die Beschaffenheit des Untergrundes zu erhalten. Das ist Basis für eine Genehmigung nach dem möglichen, positiven Bürgerentscheid in Wiesbaden am Feiertag Allerheiligen.

Die Arbeiten und Bohrungen werden sowohl mit leichten und schweren Geräten durchgeführt. „Jedoch kommt bei allem Einsatz unserer Bohr- und Transportgeräte auch die klassische Handarbeit oft zum Einsatz. So muss auf der Bahntrasse immer zunächst der Gleisschotter mit den Händen aus dem Weg geräumt werden, bevor mit den Sondierungen begonnen werden kann“, so der Geräteführer. Die Werkzeuge seiner Fachfirma entsprechen den neuesten Anforderungen und Standards. Auch dadurch ist bei allen Bohrungen und Sondierungen die Sicherheit für Umwelt und Natur gegeben. Das ist so auch eine gesetzliche Bedingung für die Erkundungsarbeiten.

Die auf der Strecke entnommenen Bodenproben gehen umgehend in ein Labor. Dort werden sie weiter chemisch analysiert und bewertet. Dazu sind sowohl bei der Probenentnahme, wie bei der späteren Analyse im Labor, umfangreiche Dokumentationen zu erstellen. In der Fachsprache der Branche kommen auf der Strecke Kleinrammbohrungen, Rammsondierungen entlang der Strecke sowie an den Böschungen zum Tragen. Weiter werden Bodenerkundungen mittels Kernbohrung bis zu 15 Meter Tiefe sowie Kernbohrungen bis in einem Meter Tiefe an Bestandsbauwerken wie Brücken oder Stützwänden durchgeführt.

Die zukünftige Bahnstrecke führt teils durch sensible Wasserschutzgebiete. Diese sind eingeteilt in die Schutzklassen 1, 2 und 3. Sogar durch Heilquellenschutzgebiete führt die Trasse. Daher sind Auflagen und Verfahren zur Erkundung des Baugrundes besonders aufwändig. Die Vorgaben kommen von der Oberen Wasserschutzbehörde, die zum Regierungspräsidium Darmstadt gehört. Alle Arbeiten sind hier mit Nebenbestimmungen des Regierungspräsidiums Darmstadt beziehungsweise unter anderen des hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie sowie der Oberen Naturschutzbehörde belegt. Die besonders geschützte Haselmaus, von der man früher an der Strecke Vorkommen entdeckt hatte, sind im Rahmen der jetzigen Arbeiten nicht gesichtet worden.

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