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Datum:14.11.2019
Kategorie: Büro für Gleichstellungsfragen
Autor: Pressestelle

„Es muss für alle etwas da sein“

Arbeitskreis häusliche Gewalt. Foto: Pressestelle

Internationaler Aktionstag „Gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen“ am 25. November 2019

Knapp 60 Prozent der in Deutschland lebenden Frauen zwischen 16 und 85 Jahren geben an, bereits mindestens einmal sexuell belästigt worden zu sein. Jede vierte Frau wurde Opfer von physischer oder psychischer Gewalt in einer aktuellen oder früheren Paarbeziehung. Von einer großen Dunkelziffer darf dabei ausgegangen werden.
Zahlen wie diese, veranlassten die frühere Gleichstellungsbeauftragte des Rheingau-Taunus-Kreises Rita Czymai gemeinsam mit der Leiterin des Frauenhauses, Ilse Gießer, 2005 den Arbeitskreis „Häusliche Gewalt“ zu gründen. „Es muss für alle etwas da sein“, so das Statement von Rita Czymai. Der Arbeitskreis beleuchtet die Hilfesysteme für alle von Gewalt betroffenen: Frauen, Kinder, aber auch Männer. Es ist dabei immer wichtig, die Behörden, die Wohlfahrtsverbände mit den Beratungsstellen und vor allem auch die Polizei in einem Boot oder – in diesem Fall – an einem Tisch, zu haben. Über diese Vernetzung und den Informationsaustausch werden die Hilfesysteme bekannter, aber auch Lücken erkannt und es kann entsprechend darauf reagiert werden. Eine der „Lücken“ war zum Beispiel die schwierige finanzielle Lage des einzigen Frauenhauses im Rheingau-Taunus-Kreis. Daher wurde 2011 der Förderverein „Haus für Frauen in Not“ Bad Schwalbach e.V. gegründet.

Seit der Gründung des Arbeitskreises „Häusliche Gewalt“ vor 14 Jahren wurden viele Themen diskutiert sowie Veranstaltungen und Fachtage organisiert, um die Helfer und Helferinnen weiterzubilden und die Relevanz der Thematik präsent zu halten.

Insbesondere zum Internationalen Aktionstag „Gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen“, der immer am 25. November stattfindet, wurde das Thema jährlich aus unterschiedlichen Gesichtspunkten beleuchtet. An eine sehr bewegende Veranstaltung erinnert sich Frau Czymai besonders: Im Alleesaal in Bad Schwalbach lasen Mitglieder des Arbeitskreises Texte von Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen waren und ihre Geschichten aufgeschrieben hatten.

Nach wie vor ist das Büro für Gleichstellungsfragen und Frauenangelegenheiten im Rheingau-Taunus bei diesen Themen eine starke Partnerin. Gemeinsam mit dem Frauenhaus Bad Schwalbach organisiert die Gleichstellungsbeauftragte (zurzeit vertretungsweise Binia Ehrenhart-Rosenberger) auch weiterhin den Arbeitskreis.
Auf der letzten Sitzung des Arbeitskreises im Oktober haben Professorin Dr. Regina-Maria Dackweiler und Angela Merkle von der Hochschule Rhein-Main ihr Forschungsprojekt „Gewalt in Paarbeziehungen älterer Frauen und Männer im ländlichen Raum“ vorgestellt. Ziel ist, mit einem zielgruppenspezifischen und sozialraumbezogenen Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit des Gewaltschutzes im Rheingau-Taunus-Kreis zu sensibilisieren, enttabuisieren und schließlich zu aktivieren.

Vor allem die Istanbul Konvention (IK) steht auf der Agenda des Arbeitskreises. Dieses Übereinkommen des Europarates zielt auf die Stärkung der Gleichstellung von Frau und Mann und auf das Recht der Frau auf ein gewaltfreies Leben. Die Konvention ist ein völkerrechtlicher Vertrag (gezeichnet von 47 Europastaaten, ratifiziert von 33 Europastaaten). Mit der Umsetzung in nationales Recht in Deutschland im Frühjahr 2018 hat die IK den Rang eines Bundesgesetzes. Mit dem Bundesinvestitionsprogramm „Gemeinsam gegen Gewalt von Frauen“ wird Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey nun auch deutlich: Von 2020 bis 2023 sollen 120 Millionen Euro in die Verbesserung der Hilfestrukturen für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, investiert werden.
Bei der nächsten Sitzung des Arbeitskreises wird Professorin Dr. Stefanie Bock vom Institut für Kriminalpsychologie der Uni Marburg über die Istanbul Konvention referieren. Das Büro für Gleichstellung und das Frauenhaus werden dazu informieren, wie sich das Bundesprogramm auf kommunaler Ebene auswirken wird.

Kontaktdaten:
Förderverein Haus für Frauen in Not, www.foerderverein-frauenhaus.de, Beratungs- und Interventionsstelle Telefon 06124 729229, Haus für Frauen in Not Telefon 06124 729217, www.caritas-wiesbaden-rheingau-taunus.de, Büro für Gleichstellungsfragen und Frauenangelegenheiten Telefon 06124 510-289 E-Mail: gleichstellungsbuero@rheingau-taunus.de.

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