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Datum:27.11.2018
Kategorie: ProJob
Autor: Pressestelle

„Es ist ein sehr gutes Training für ein struktu­riertes Alltagsleben“

Silke Nardello (4. von links) , ProJob-Regionalleiterin im Rheingau, und Gunda Biesel (5. von links) erläutern einem Teil der Studenten die unterschiedlichen Aufgaben der ProJob und die Berufsfelder der Beschäftigten.

„AidA“ vermittelt Jugendliche und junge Erwachsene mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt in Arbeit und Ausbildung / Studenten der Frankfurter Universität treffen auf Teilnehmer des Projektes

„Es ist ein sehr gutes Training für ein strukturiertes Alltagsleben“, erzählt Saskia. Die alleinerziehende Mutter von vier Kindern hat wieder Strukturen in ihr Alltags- und Arbeitsleben gebracht und das ist auch der Verdienst von „AidA“, dem Projekt „Aktiv in die Arbeitswelt“, das bei der kreiseigenen ProJob GmbH im Rheingau angedockt ist. Das Projekt vermittelt Jugendliche und junge Erwachsene - im Alter von 18 bis 34 Jahren - mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt in Arbeit und Ausbildung. So auch bei Saskia geschehen, die inzwischen eine Ausbildung zur Krankenpflegehelferin absolviert. Sie stieß bei Projektbeginn im September 2015 zu „AidA“, führte viele Gespräche mit ihrer Ansprechpartnerin in der ProJob, Angelika Kraus, über ihre Talente und Interessen sowie die beruflichen Ziele, absolvierte anschließend Praktika und regelte ihre „familiären Stolpersteine“. „Mit Blick auf die Familie wurde der Ausbildungsplan erstellt“ erzählt Saskia.

Auch Tobias ist an diesem Morgen in die Räume der ProJob in Geisenheim gekommen, um von seinem beruflichen Werdegang, seiner Teilnahme an dem Projekt und der aktuellen Situation zu berichten. „Ich hatte klare Vorstellungen von meinem zukünftigen Beruf, wollte Unterstützung und Rat, um etwa meine Bewerbungsunterlagen zu verbessern und dann in eine neue Ausbildung zu starten“, sagt der gelernte Koch, der seinen Beruf wegen einer Lebensmittel-Allergie aufgeben musste. Nun macht Tobias eine Ausbildung zum „Arbeitserzieher für Menschen mit Assistenzbedarf“ und wirkt rundum zufrieden.

An diesem Morgen kommen Saskia, Tobias und weitere Teilnehmer des Projektes mit Studenten des Fachbereiches Erziehungswissenschaft der Johann Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt und deren Dozentin Dr. Birte Egloff zusammen; quasi unter der Begrifflichkeit „Theorie trifft Praxis“. „Übergänge und Integration junger Erwachsener in den Arbeitsmarkt“ heißt das Praxisseminar der Dozentin, das neben den theoretischen Ansätzen auch Einblicke in die pädagogische Praxis gewähren und den Studenten mögliche Berufsfelder für ihre Zukunft aufzeigen soll.

„Im Vorfeld haben wir uns darüber informiert, welche Eingliederungsmaßnahmen es für junge Menschen ohne Ausbildung und Arbeit gibt und auch deren biografischen Hintergrund erörtert“, berichtet Dr. Egloff. Studentin Rebecca Herrnbrodt findet das Treffen, für das die Studenten Interviews vorbereitet haben, die sie dann auswerten wollen, spannend: „Wir treffen auf ein uns bisher unbekanntes Klientel!“ Deren Lebensläufe möchten sie kennenlernen, die von den Mitarbeitenden der ProJob angewandten pädagogischen Konzepte und natürlich mögliche Berufsfelder nach dem eigenen Studium. „Aus den Interviews und Ergebnissen des Treffens erstellen die Studenten dann eine Ergebnispräsentation, die wir an der Universität vorstellen werden“, so Dr. Birte Egloff. Diese steht dann auch der ProJob zur Verfügung, wie Mit-Geschäftsführer Christoph Burgdorf im Vorfeld erklärte. „Also eine Win-Win-Situation für beide Seiten“, sagt Burgdorf.

Dadurch kann eine wissenschaftliche unterfütterte Dokumentation des Projektes „AidA“, „Aktiv in die Arbeitswelt“, erfolgen, das vom ESF (Europäischen Sozialfonds), vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und vom Rheingau-Taunus-Kreis gefördert wird. Burgdorf: „Gemeinsam machen wir dann deutlich, welche Ansätze es gab und wo von uns aus Änderungen in der praktischen Anwendung notwendig waren, um individuell auf die Bedürfnisse der Teilnehmer einzugehen und unsere Ziele zu erreichen“. Die Annäherung an die Realität skizziert Angelika Kraus: „Wir hatten im Projekt junge Menschen, die von Obdachlosigkeit betroffen waren, die Drogenprobleme hatten, oder Flüchtlinge, deren Schul- und sonstige Abschlüsse nicht anerkannt wurden. Für diese mussten spezielle Angebote gefunden werden.“

Für andere Projektteilnehmer galt es - gemeinsam mit ihnen - individuelle Förderpläne aufzustellen, um für sie den passenden Praktikumsplatz in Betrieben im Rheingau und Untertaunus zu finden. Kraus: „Dort konnten und haben sich viele der Teilnehmer bewährt und schließlich einen Ausbildungsplatz erhalten.“. Natürlich gab es Beratung und Tipps bei der Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen und für die Bewerbungsgespräche. Zudem sind Jugendliche und junge Erwachsene, die länger ohne Arbeit sind, nicht mehr an geregelte Tagesabläufe gewöhnt, haben oftmals Probleme, Termine und Vereinbarungen einzuhalten und kontinuierlich Beratungsangebote zu nutzen. Dieses „Training“, wie es Saskia nennt, fruchtete.

„Wir starteten im Rheingau im September 2015 mit 15 Teilnehmern“, berichtet Angelika Kraus. Wer eine Ausbildung oder Arbeitsstelle fand, schied aus dem Projekt aus. So konnten in 2016 insgesamt 62,5 Prozent der Teilnehmer am Projekt an den beiden Standorten in Geisenheim (zuvor Oestrich-Winkel) und Taunusstein in weiterführende Perspektiven vermittelt werden; in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse, in betriebliche Ausbildung, in schulische Ausbildung und in weiterführende Maßnahmen.

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