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Datum:06.01.2020
Kategorie: Feuerwehr, Brandschutz
Autor: Pressestelle

„Das Weitersagen ist oft die erfolgreichste Werbestrategie“

Landrat Frank Kilian überreicht den drei Erstplatzierten des Jugendfeuerpreises 2019 die Preise und Urkunden

Landrat Kilian verleiht den 1. Jugendfeuerwehrpreis des Kreises / Konzept der Stadtjugendfeuerwehr Taunusstein überzeugte die Jury / Gewinnung von neuen Mitgliedern

„Die Ideen sind so gut, dass sie allesamt nachgeahmt werden können und sollen, denn schließlich brauchen wir mitgliederstarke Jugendfeuerwehren in unseren 17 Kommunen im Kreis“, lobt Landrat Frank Kilian die Anwesenden, die anlässlich der Verleihung des ersten Jugendfeuerwehrpreises des Rheingau-Taunus-Kreises ins Kreishauses gekommen sind. „Alle der Jury eingereichten Konzepte waren zu prämieren. Ich war erstaunt über die große Vielfalt der Ideen und Aktionen, die die Jugendwehren entwickelt haben, um neue Mitglieder zu gewinnen“, fügt Kilian an, um dann auf die Ausgangslage einzugehen. Die Jugendwehren wie die aktiven Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren übernehmen eine gesellschaftlich überaus wichtige Aufgabe: „Sie bekämpfen Brände, retten Menschenleben und sind ein Bestandteil des Lebens in unseren Orten“, so Kilian.

Die Feuerwehren leiden jedoch ebenso wie viele andere Vereine und Verbände an einem Mangel an Nachwuchskräften. „Unsere Jugendlichen können heutzutage unter unzähligen und vor allem ganz unterschiedlichen Freizeitaktivitäten wählen“, betont Landrat Kilian. Da hätten es Jugend- und Freiwillige Feuerwehren oft schwer, neue Mitglieder zu gewinnen. Statt jedoch nur über rückläufige Zahlen zu klagen, stellten sie sich der Herausforderung.

„Viele Jugendfeuerwehren wurden selbst aktiv. Sie entwickelten unterschiedliche Konzepte, um die Altersgenossen anzusprechen und für die Jugendfeuerwehren zu gewinnen. In vielfältigen Formen demonstrieren die jungen Mitglieder, warum es sich unbedingt lohnt, in eine Jugendfeuerwehr einzutreten. Was lernen wir in den Jugendwehren? Was passiert in den Wehren? Welche Aktivitäten gibt es? Die aus den Überlegungen resultierenden Konzepte, die in großen Teilen auch schon erfolgreich umgesetzt werden, wurden nun mit dem Jugendfeuerwehrpreis - Ideengeber war der Kreisbeigeordnete Dr. Clemens Mödden - mit einer Urkunde und einem Geldbetrag honoriert.

Insgesamt 13 Jugendfeuerwehren von Stadt-, über Gemeinde- bis zur Ortsteilebene bewarben sich für den Preis, der nun von Landrat Frank Kilian, dem stellvertretenden Kreisbrandinspektor Karl-Heinz Gras, vom Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Untertaunus, Michael Schauß sowie dem Orga-Team des Fachdienstes Brand- und Katastrophenschutz, Rettungsdienste der Kreisverwaltung, Svenja Pasucha,
Patricia Felkel und Selina Ruhnau, übergeben wurde. Dabei ging der erste Preis, dotiert mit 4.000 Euro, an die Stadtjugendfeuerwehr Taunusstein, der zweite Platz (2.000 Euro) an die Gemeindejugendfeuerwehr Hohenstein-Burg-Hohenstein und der dritte Rang an die Jugendfeuerwehr Hünstetten-Limbach mit 1.000 Euro.

Laut Gras begann die Stadtjugendfeuerwehr von Taunusstein bereits 2008 mit den unterschiedlichen Werbeaktionen, um Kinder und Jugendliche für eine Mitgliedschaft in den Wehren zu gewinnen. So gab es die Gründung von Minifeuerwehrgruppen, es wurden Briefe an die Kinder und Jugendlichen der Stadt verschickt und die Vertreter der Jugendwehren waren bei vielen öffentlichen Veranstaltungen im Stadtgebiet präsent. In Kooperationen mit Schulen präsentieren die Wehren, welche Kenntnisse in den Übungsstunden den Kindern und Jugendlichen vermittelt werden.

Die Jugendlichen erlernen in den Übungsstunden Funktion und Handhabung der Ausrüstung der Feuerwehr, wie z.B. Arbeiten mit Feuerlöscher oder Geräten für einfache technische Hilfeleistungen. Aber auch theoretisches Wissen verschiedenster Themenbereiche wird vermittelt, dazu gehören z.B. Brandschutz, Funktechnik, Umgang mit Karte und Kompass und Erste Hilfe. Rund um die Übungen gibt es zahlreiche Aktivitäten vom Zeltlager bis zum Besuch von Großveranstaltungen. Der Taunussteiner Stadtjugendfeuerwehrwart Andreas Felkel: „Die beste Werbestrategie ist aber immer noch das Weitersagen, die Mundpropaganda unter den Jugendlichen. Wenn berichtet wird, wie schön es in den Jugendfeuerwehren ist, welche Kameradschaft herrscht, welches brandschutztechnischem Wissen vermittelt wird und auch das soziale Miteinander im Vordergrund steht, dann setzt die Neugierde ein und der Wunsch in die Jugendfeuerwehr einzutreten.“ Felkel weiter: „Wenn unsere Mädchen und Jungen bei Freunden von ihrer Jugendfeuerwehr schwärmen, dann gewinnen wir oft neue Mitglieder hinzu.“

Die Preisverleihung sollte laut Landrat Kilian dazu beitragen, dass die unterschiedlichen Konzepte präsentiert und zur Nachahmung empfohlen werden. „Alle können voneinander lernen“, so der Landrat. Die Erfahrung zeige oft auch, dass „das kritische Alter bei 15 Jahren beginnt“. Was damit gemeint ist: Dann verlieren viele Wehren junge Mitglieder, weil die andere Interessen entwickeln oder sich „nicht genug gefordert fühlen“. Um solche Jugendliche zu binden und zu motivieren, gibt es spezielle Konzepte, um den Übergang in die Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren zu ermöglichen. So führen die Wehren in Hohenstein überörtliche Ü-15-Übungen etwa und den 24-Stunden-Berufsfeuerwehrtag durch, bei denen die Anforderungen gesteigert werden und die Jugendlichen ihr Wissen und Können einbringen können. Auch die Förderung des Feuerwehr-Ehrenamtes zeige seit der Einführung Erfolge, so die Vertreter der Gemeindejugendfeuerwehr Hohenstein-Burg-Hohenstein.

Die Jugendfeuerwehr Hünstetten-Limbach hat mittlerweile schon zwei Imagefilme produziert, die im Internet zu sehen sind. Diese erläutern, welche Aufgaben die Jugendfeuerwehr hat. Nun planen die Mitglieder eine Panini-Sticker-Aktion im Ort. Abgebildet sind Feuerwehrleute und Geräte. Wer alle Bilder in einem Album gesammelt hat, bekommt einen Preis. So wollen die Limbacher Kinder ab zehn Jahren ansprechen, um sie für die Jugendfeuerwehr zu gewinnen.

„Wir brauchen heute und in Zukunft möglichst viele Feuerwehrfrauen und -männer in unseren Einsatztrupps der Freiwilligen Feuerwehren“, werben Kilian, Gras und Schauß für die Mitgliedschaft in der örtlichen Feuerwehr. Denn letztlich will niemand ein von Andreas Felkel erwähntes Szenario erleben: „2028 geht ein Notruf wegen eines Feuers in einem Gebäude ein. Doch es kommt niemand zum Löschen, weil es keine Freiwilligen Feuerwehren mehr gibt.“ Deshalb hofft Kilian, dass die verschiedenen Werbestrategien erfolgreich sind und sich weitere Kinder und Jugendliche bei den Jugendfeuerwehren anmelden.

Für ihre eingereichten Konzepte erhalten folgende Jugendwehren jeweils eine Urkunde und einen Geldpreis: Gemeindejugendfeuerwehr Aarbergen, Jugendfeuerwehr Bad Schwalbach (Kernstadt), Jugendfeuerwehr Eltville-Erbach, Jugendfeuerwehr Geisenheim, Jugendfeuerwehr Idstein-Heftrich, Jugendfeuerwehr Lorch, Stadtjugendfeuerwehr Oestrich-Winkel, Jugendfeuerwehr Waldems-Bermbach und Jugendfeuerwehr Walluf-Niederwalluf.

13 Jugendfeuerwehr hatten sich am Jugendfeuerwehrpreis des Kreises beteiligt. Alle erhielten eine Anerkennung für ihr Wirken.

Foto:
Landrat Frank Kilian überreicht den drei Erstplatzierten des Jugendfeuerwehrpreises 2019 von der Stadtjugendfeuerwehr Taunusstein, der Gemeindejugendfeuerwehr Hohenstein-Burg-Hohenstein und von der Jugendfeuerwehr Hünstetten-Limbach die Preise und Urkunden.

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