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Datum:14.01.2021
Kategorie: ProJob
Autor: Pressestelle

Auch Corona kann das Sozialraumprojekt nicht stoppen

Rüdesheim: Trotz schwieriger Rahmenbedingungen ist die Motivation bei den elf Langzeitarbeitslosen ungebrochen / Herausforderungen werden gemeistert

„Corona erschwert uns derzeit zwar die Tätigkeit im Projekt ganz gewaltig, weil das auf den persönlichen Kontakten unter den Teilnehmern und einem direkten Verbindungsstrang zur Verwaltung und den Firmen vor Ort basiert. Doch Herausforderungen sind dazu da, sie zu meistern und neue Lösungen anzubieten“, berichten Laura Brennert und Katja van der Las, die beiden Mitarbeiterinnen der ProJob Rheingau-Taunus im Sozialraumprojekt. Das macht derzeit Station in Rüdesheim am Rhein; nach den sehr erfolgreichen „Vorläufern“ in Eltville, Geisenheim, Taunusstein, in Aarbergen/Hohenstein und Oestrich-Winkel.

„Trotz der Corona-Pandemie und den einzuhaltenden Regelungen wollen wir, dass die Langzeitarbeitslosen ihre Chance auf einen Neuanfang im Berufsleben behalten“, sagt Laura Brennert. „Deshalb suchten wir gemeinsam nach unkonventionellen Lösungen, bei denen wir die Corona-Regeln einhalten, ohne die eigentliche Intention des Sozialraumprojektes, die Teilnehmer möglichst im ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, aufzugeben“, ergänzt Klaus Zapp, der Bürgermeister von Rüdesheim, der an diesem Vormittag nach Eibingen gekommen war, um den Teilnehmerinnen und Teilnehmer seine Hilfe trotz der vollkommen veränderten Rahmenbedingungen zu zusagen.

Das Projekt unterstützt Langzeitarbeitslose auf deren Weg zurück in den ersten Arbeitsmarkt und basiert auf einem durchdachten Konzept. Langzeitarbeitslose aus einer Kommune werden durch das Kommunale JobCenter Rheingau-Taunus mit der ProJob GmbH und - im Fall von Rüdesheim - mit Bürgermeister Zapp zusammengebracht. „Das Sozialraumprojekt basiert auf den vorhandenen Kontakten, die ein Bürgermeister und seine Verwaltung zur heimischen Wirtschaft, zu den Betrieben vor Ort hat. Viele freie Arbeitsplätze in einer Kommune werden von Mund-zu-Mund innerörtlich weitergeben“, berichtet Katja van der Las. Bewährt hat sich das Projekt, das vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration gefördert wird, bereits in Oestrich-Winkel, Aarbergen / Hohenstein, Eltville und Taunusstein. Zudem sprach sich der Erfolg des Projektes im Kreis herum.

Im Fall von Rüdesheim zählt die Gruppe zwölf Teilnehmer, die seit dem 1. Oktober 2020 an ihrem beruflichen Neustart arbeiten. „Die Gruppe hatte sich gerade gefunden, da kam der Teil-Lockdown“, sagt die Projektbetreuerin. In dieser Anzahl konnten sich die Teilnehmer nicht mehr treffen. „Solche Zusammenkünfte sind aber ganz entscheidend, um an der Motivation, und vor allem auch am Selbstbewusstsein jedes Einzelnen zu arbeiten. Wer lange arbeitslos ist, an dessen Selbstbewusstsein nagt diese Tatsache. Viele Langzeitarbeitslose ziehen sich vollkommen zurück oder leiden an psychischen Problemen“, weiß Laura Brennert zu berichten. Zudem wird in vielen Einzelgesprächen an den Defiziten gearbeitet und die Ursachen für erfolglose Bewerbungen gesucht. Katja van der Las: „Manchmal korrigieren wir einfach nur die Bewerbungsunterlagen. Wir sprechen über berufliche Ziele oder über vorhandene oder eventuell zu ergänzende Qualifikationen, um den (Wieder)-Einstieg in den Arbeitsmarkt dauerhaft zu schaffen.“

Beim Sozialraumprojekt sind zudem die Kontakte zur örtlichen Verwaltung und den heimischen Firmen von immenser Bedeutung. „Die Betriebsbesichtigungen und die Gespräche mit den Verantwortlichen im Personalbereich – ein wichtiger Teil des Projektes und oft Erfolgsgarant für eine Einstellung oder ein Praktikum – fallen in Corona-Zeiten leider weg. Wir wären gerne in die großen Betriebe in Rüdesheim gegangenen“, so die Projektbetreuerinnen unisono und weiter: „Bei den vergangenen Projekten waren diese Besichtigungen für die Arbeitslosen ein ganz entscheidender Schritt und Meilenstein.“

Bürgermeister Klaus Zapp weiß da eine Lösung: „Es ist verständlich, dass sich Firmen derzeit abschotten, und wegen Corona niemand in ihren eigenen Betrieb hineinlassen.“ Um jedoch „Einblicke“ zu ermöglichen, werde er versuchen, Kontakte zur Vorsitzenden des Gewerbevereines Rüdesheim und zum Verein für Wirtschafts- und Tourismusförderung
Rüdesheim und Assmannshausen am Rhein e.V. herzustellen. „Die Vertreter können dann einen Termin vereinbaren, an dem sie über Berufe und über das Gewerbe in Rüdesheim berichten“, so Zapp.

Bürgermeister Klaus Zapp „liegt sehr viel daran, dass die Teilnehmer des Projektes eine Chance auf einen Arbeitsplatz behalten“. Er unterstütze, wo er kann, um nach dem schwierigen Start des Projektes in seiner Stadt, dieses auf einen erfolgreichen Kurs zu lenken. „Am Anfang kamen wir im Rathaus unter“, erzählt Laura Brennert. Die Corona-Bestimmungen ließen eine solche „Unterkunft“ im November nicht zu, doch Zwangslagen machen erfinderisch. „Wir trafen uns vor dem Rathaus zu einer Wanderung durch die Stadt, um die entstandene, positive Gruppendynamik nicht zu gefährden“, so Brennert. Als auch dies nicht mehr klappte, teilten Laura Brennert und Katja van der Las die Gruppe auf, um sich im Gebäude der ProJob in Geisenheim zu treffen: „Viele Gespräche führten wir ersatzweise übers Telefon.“

Trotz der Schwierigkeiten verlor die Gruppe nur einen Teilnehmer. Brennert: „Ein anderer Teilnehmer, der aus Rumänien stammt, vermittelten wir einen kurzen ‚Schnupperkurs‘ in einer hiesigen Schreinerei. Bei einer solchen Probearbeit können wir sehen, ob die durch die Lehre im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen auch für die Handwerksbetriebe im Schreinereigewerbe hier vor Ort ausreichen oder eben nicht. Wir erkennen dann, wo wir eventuell nachsteuern können und müssen, um diese Defizite auszugleichen, bzw. welcher Nachqualifikationen es im Einzelfall bedarf.“ Eine weitere Teilnehmerin steht vor einem Praktikum in einer Schnellimbisskette. Katja van der Las: „Die junge Frau will ausprobieren, ob diese Arbeit der richtige Job für sie ist.“

„Wir wollen allen Teilnehmern des Projektes trotz der schwierigen Lage weiterhin berufliche Perspektiven aufzeigen, damit sie der Langzeitarbeitslosigkeit entrinnen. Alle Teilnehmer sind hochmotiviert“, sagen beide. Da Geschäfte, Restaurants und Betriebe wegen des Corona-Lockdowns geschlossen haben, Unternehmen um ihre Zukunft bangen, ist die Vermittlung von arbeitslosen Menschen natürlich erschwert. „Es fehlt deshalb an Praktika-Stellen, was wiederum für den Erfolg des Projektes von immenser Wichtigkeit ist“, erläutert die Projektbetreuerin. Zudem veränderte sich zuletzt das Bewerbungsverfahren wegen den Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie.

Einige Firmen gehen auf der Suche nach neuen Mitarbeitern neue Wege: Mittels Video-Clips auf ihren eigenen Homepages suchen sie nach geeigneten Kandidaten. Dabei schildern sie das Profil für die ausgeschriebene Stelle, worauf der potentielle Bewerber wiederum direkt und sofort eingehen kann. „Wir stellen unsere Teilnehmer natürlich auf diese veränderten Rahmenbedingungen auf dem derzeitigen Arbeitsmarkt ein“, erläutert Katja van der Las. Dies geschieht unter strenger Einhaltung der Corona-Bestimmungen und Einschränkungen, wie beide versichern: „Wir halten alle Regeln penibel ein!“

Abschließend erläutern Laura Brennert und Katja van der Las den weiteren „Fahrplan“ für das Sozialraumprojekt: „Anfang April kommt die zweite Gruppe mit Langzeitarbeitslosen hier aus Rüdesheim zu uns ins Projekt. Ab 1. Oktober 2021 machen wir dann voraussichtlich Station in Idstein.“

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