| Lorch im Rheingau |
Die
günstige Lage von Lorch am Rheinstrom und der
Mündung des Wispertales hatte für Lorch bereits
in vorgeschichtlicher Zeit verkehrspolitische und damit siedlungsbildende
Bedeutung. Zur Umgehung des die Schifffahrt behindernden "Binger Lochs" wurde
bereits sehr früh - wie Gräberfunde beweisen - ein Höhenweg
zwischen Lorch und Rüdesheim genutzt. Wahrscheinlich waren die Kelten
die ersten Siedler in Lorch. |
Die Kernstadt: Zur römischen Zeit wurde Lorch als Wegestation von Soldaten auf dem Weg zum Limes genutzt. Aus dieser Zeit datieren Reste im Fundament des Kirchturmes. Den Römern folgten die Alemannen und spätestens ab dem 5. Jahrhundert hatten die Franken in Lorch Besitztümer. Reste eines fränkischen Saalhofs sind im Hof der Bäckerei Laquai am Markt erhalten.
Im Mittelalter erlebte Lorch die Zeit seiner größten Blüte, was zur Ansiedlung zahlreiche Adelshofe (z. B. das Hilchenhaus) führte und auch einen Ausbau der Stadtbefestigung bedingte. Ab dem 16. Jahrhundert setzte durch Änderung der Verkehrsströme im Rheintal und Kriege ein langsamer wirtschaftlicher Rückgang ein, der Mitte des 19. Jahrhunderts durch eine verbesserte Verkehrsanbindung aufgehalten werden konnte. Nach dem 1. Weltkrieg machte ein Kuriosum Lorch noch einmal weithin bekannt. Durch einen Fehler bei der Festlegung der Besatzungszonen blieb Lorch und sein Hinterland unbesetzt und bildete ein flaschenhalsähnliches Gebilde, den Freistaat Flaschenhals. Aus der langen Zeit seiner Geschichte haben sich eine Reihe von Sehenswürdigkeiten erhalten. Dadurch ist ein Besuch in Lorch immer lohnend. Die Pfarrkirche St. Martin
In der Kirche sind verschiedene bemerkenswerte Kunstwerke erhalten geblieben. Neben dem Taufstein, einem Chorgestühl aus dem 13. Jahrhundert und dem Christ-Königs-Kreuz, ist vor allen Dingen der Schnitzaltar von 1483 - der erste monochrome Schnitzaltar - bedeutend. Weiterhin sind verschiedene Grabplatten, die aus einem Stamm geschnitzte Ölbergsgruppe und die Orgel zu erwähnen. Das Hilchenhaus
Das Hilchenhaus ist als massiver Bruchsteinbau erbaut und verputzt.
Bemerkenswert ist die monumentale Fassade mit den reich verziertem Balkon
und dem Doppelerker. |
Die Stadtbefestigung
Erhalten sind insbesondere die Wehrtürme Nollig, Strunk und Hexenturm. Ebenfalls sind im Bereich der Wispermündung im Leprosenhaus Reste der alten Befestigung zu erkennen. Der Strunk wurde 1557 als Eckbollwerk der Befestigung der Wispermündung aus Bruch- und Sandsteinen gebaut. Er diente als Wehr- und Befestigungsturm. Das obere Geschoss und die Wehrplatte des runden Turms sind durch einen vorgewulsteten Treppenturm erreichbar. Im Schillergärtchen beim Strunk steht ein Kriegerdenkmal, das an den deutsch-französischen Krieg von 1870/71 erinnert. Der Nollig
Ursprünglich sollte die Stadtmauer bis zum Nollig heraufgeführt
werden. Dies wurde jedoch nie ausgeführt. An der vorgesehenen Anbaustelle
lässt sich jedoch sehr gut die ursprüngliche Größe
der Stadtmauer erkennen. Sie war ca. 6 m hoch und 1,3 m dick. |
Rathaus und Museum
Im modernen Anbau befindet sich das Heimatmuseum der Stadt Lorch. Schwerpunkt der Ausstellung ist die Sammlung Pfaff, die Kunstsammlung des Pfarrers Anton Pfaff, welche dieser 1925 seiner Heimatstadt Lorch vermachte. Mittelpunkt der Sammlung ist die sakrale plastische Kunst. Das Lorcher Heimatmuseum ist somit das einzige Kunstmuseum des Rheingau-Taunus-Kreises. Fachwerkhäuser
Neben dem Rathaus sind unter anderem das Leprosenhaus, der Gronauer Hof in der Wisperstraße und verschiedene Häuser im Kirchspiel und der Rheinstraße zu erwähnen. Bei einem Spaziergang durch die Stadt lassen sich viele weitere hübsche und ansehenswerte Ecken finden. |
Die Kapelle wurde am 26.07.1677 vom Weihbischof Adolf Gottfried Volusius eingeweiht. 1788 wurde sie erweitert. Die Errichtung der Kreuzkapelle hängt mit geschichtlichen Ereignissen
im Jahre 1460 zusammen. In diesem Jahr kam es im Zuge von Streitigkeiten
zwischen Kurpfalz und Mainz an dieser Stelle zu Kämpfen zwischen
Lorchern und Sauerthälern. |
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Lorchhausen wird erstmalig als Husen in einer Urkunde des Jahres 1211 erwähnt. Bereits 1350 gehörte Lorchhausen als befestigtes Vorwerk zu Lorch. Lorchhausen war von einer rund 500 m langen Ringmauer mit Türmen und Durchlässen umgeben. Reste der Wehranlage sind bis heute erhalten geblieben. Im Jahre 1773 wurden die Gemarkungen von Lorch und Lorchhausen getrennt. Der Zusammenschluss mit der Stadt Lorch im Jahre 1971 erfolgte auf freiwilliger Basis. Hervorzuheben sind in Lorchhausen die Pfarrkirche, die nach einem Brand
der alten Kirche, 1884 eingeweiht wurde und die Clemenskapelle, die
idyllisch gelegen, über Lorchhausen thront. |
Espenschied
Espenschied ging aus einer Grundherrschaft des Erzbischofs von Mainz
hervor und findet erstmals im Jahre 1187 als "Espelscheid" urkundliche
Erwähnung. Um 1250 - 1260 erscheint das Dörfchen in einem eppsteinischen
Lehensverzeichnis. Das in einer reizvollen Landschaft gelegene Dorf hat
einen märchenhaften Aufstieg erlebt, der aber nicht nur der Lage
sondern auch der Tüchtigkeit seiner Bewohner zuzuschreiben ist.
Im Jahre 1974 wurde Espenschied das Prädikat Staatlich
anerkannter Luftkurort zuerkannt. |
Ransel wird erstmalig im Jahre 1187 als "Ramsel" genannt.
Es gehörte zu den ersten Stützpunkten des Mainzer Erzstiftes,
das bereits in dieser Zeit neben dem Hof Ransel einen Hofsitz in Weisel
besaß. Im Jahre 1653 wurde Ransel Pfarrei. Seit 1765 besitzt der
Ort ein eigenes Gerichtssiegel, das die Schutzpatronin der Kirche, die
hl. Katharina zeigt. |
Wollmerschied tritt erstmals urkundlich im Jahre 1324 bei der Grenzbestimmung
im Norden des Rheingaues in Erscheinung. Der Ort ging aus einer Grundherrschaft
des Erzbistums Mainz hervor. 1675 trennte Ransel seine Waldmark von der
Wollmerschieds. Für 1797 ist ein Gerichtssiegel nachgewiesen, das
das Bild der Dorfkapelle über dem Mainzer Rad zeigt. |
| Weitere Auskünfte: Heimat- und Kultur-Verein Bächergrund 5 65391 Lorch am Rhein Telefon 06726 - 399 info@lorch-rhein.de Zur Homepage Lorch |