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Datum:10.04.2018
Kategorie: Feuerwehr, Brandschutz
Autor: Pressestelle

„Wir setzen auf gute Ausbildung und Prävention“

20 Feuerwehrmänner aus dem Rheingau-Taunus-Kreis übten an dem „Ausbildungszug Gefahrgut“ am Mainzer Hauptbahnhof das Abdichten eines Lecks.

20 Feuerwehrmänner aus dem Kreis übten am „Ausbildungszug Gefahrgut“ / Wichtige Erkenntnisse gewonnen

„Tagtäglich fahren zirka 400 Güterzüge durch den Rheingau, die auch Waggons mit Gefahrgut mit sich führen“, berichtet Landrat Frank Kilian und: „Bisher sind wir von Schadenereignissen glücklicherweise verschont geblieben.“ Trotzdem setzen Kilian und Kreisbrandmeister Reiner Oswald auf eine gute Ausbildung der Mitglieder der Feuerwehren und natürlich auf Prävention: „Wir wollen, dass unsere Feuerwehren gut vorbereitet sind!“ Deshalb nahm Reiner Oswald eine Einladung der Deutschen Bahn AG an, praxisnah am „Ausbildungszug Gefahrgut“ der Bahn zu üben, der derzeit am Hauptbahnhof in Mainz stationiert ist. Zirka 20 Feuerwehrmänner aus dem Rheingau-Taunus-Kreis, den Freiwilligen Feuerwehren Oestrich-Winkel, Eltville, Kiedrich, Bad Schwalbach und Idstein, erhielten einen Einblick in die Technik der auf den Schienen eingesetzten Kesselwagen.

Die Deutsche Bahn AG unterstützt bundesweit die Feuerwehren bei ihrer Vorbereitung auf einen Einsatz im Gleisbereich. Um Maßnahmen bei der Freisetzung gefährlicher Stoffe bei Transporten auf der Schiene üben zu können, ist bundesweit dieser „Gefahrstoffübungszug“ im Einsatz, erläutert der Kreisbrandmeister, der mit vor Ort war.

Nach der Begrüßung erläuterte der zuständige Leiter des Ausbildungszuges zunächst Fakten rund um den Transport von Gefahrstoffen, sowohl auf dem Land als auch auf den Gleisen. Während auf deutschen Straßen rund die Hälfte der jährlich etwa 300 Millionen Tonnen Gefahrgut in Deutschland transportiert werden, wird die andere Hälfte auf Schiene, Binnenschifffahrt und den Flugverkehr verteilt. „Trotz optimierten Transportbehältnissen und Einhaltung aller Vorschriften sind Unfälle möglich“, so der Leiter des Ausbildungszuges.

Unabhängig von technischem oder menschlichem Versagen könnten die Auswirkungen eines Gefahrstoffunfalls verheerend sein. Anschauliche Videos verdeutlichten, welche gefährlichen Situationen in einem solchen Fall entstehen und erklären, „warum es gerade bei diesen Einsätzen für die Feuerwehr strikt, einmal mehr, um die Einhaltung von Einsatzregeln geht, wie zum Beispiel Sicherheitsabstände, Sicherungsmaßnahmen, einer notwendigen Evakuierung oder ähnliches“, betont der Kreisbrandmeister.

Nach der Theorie folgte dann die Praxis, mussten die 20 Feuerwehrmänner aus dem Kreis Aufgaben an den Ausbildungswaggons durchführen. An diesen waren die speziellen Kennzeichnungen zu sehen, die einem Einsatzleiter vor Ort Aufschluss geben, welche gefährliche Stoffe in den Waggons transportiert werden. Oswald: „Ein etwa in der Mitte rundumlaufender, orangefarbener, etwa 30 Zentimeter hoher Streifen zeigt, dass es sich um einen sogenannten ‚Druckkesselwagen‘ handelt.“ Eine weitere wichtige Informationsquelle stellt das „Anschriftenfeld“ dar. „Hier finden sich, gut lesbar, wichtige Daten wie Nummer des Kesselwagens, aber die bekannte „orangefarbene Gefahrentafel“, die in der oberen Hälfte die Gefahrgutklasse und in der unteren Hälfte die „UN-Nummer“, welche den Stoff kennzeichnet, anzeigt.

Da die Kesselwagen begehbar sind, konnten sich die Feuerwehrmänner auch vom „Innenleben“, mit den verschiedenen Öffnungen, Ventilen und Armaturen, einen Eindruck verschaffen. So nahmen sie die Öffnungsmechanismen und damit eventuelle Ursachen für Undichtigkeiten in Augenschein. Der Ausbildungsleiter erklärte alle Zu- und Abgänge rund um den Kesselwagen, wo sowohl hydraulische, als auch mechanische Öffnungen vorhanden sind. Es wurden mögliche Ursachen für Gefahrstoffaustritt benannt und entsprechendes Vorgehen in einem Ernstfall angesprochen.

„Sehr detailliert wurden uns auch Gefahrenpunkte an einem Waggon gezeigt“, so Oswald; etwa die Sicherung gegen Wegrollen eines Waggons oder Gefahrenpunkte am Kesselwagen, etwa scharfe Kanten, welche im Einsatzfall den Schutzanzug einreißen und somit eine Kontamination der Einsatzkraft nach sich ziehen könnte.

Zum Abschluss der Veranstaltung konnte das Team aus dem Kreis die Möglichkeit zum Üben nutzen. Dabei trugen sie Chemikalienschutzanzüge (CSA), was den Bewegungsablauf erschwerte und mussten ein Leck abdichten. Der Kreisbrandmeister: „Der spezielle Anzug gehört bei einem Gefahrgutunfall zur persönlichen Schutzausrüstung der Feuerwehr.“ Der CSA ist ein schwerer Schutzanzug der nur in Verbindung mit einem Umluft-unabhängigen Atemschutzgerät getragen werden kann. Er ist Luft- und Flüssigkeitsdicht von der Umgebung abgeschirmt, und resistent gegen eine Vielzahl verschiedenster Gefahrstoffe. Reiner Oswald: „Es war es eine gelungene Ausbildungsveranstaltung, die alle Teilnehmer mit wichtigem Informationen und Wissen bereicherte und für – mögliche – kommende Gefahrguteinsätze sensibilisierte.“

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