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Datum:01.06.2017
Kategorie: Jugendhilfe, Jugendförderung
Autor: Pressestelle

Schulsozialarbeit wird zu einer immer wichtigeren Anlauf­stelle im Schulalltag

Mit den neuen Tassen mit der Aufschrift „10 Jahre Schulsozialarbeit" wurde auf das inoffizielle Jubiläum angestoßen.

Landrat Albers, Jugendhilfedezernentin Merkert, Schulleiter und Vertreter der Freien Träger ziehen zum Zehnjährigen positive Bilanz

Gabriele Schuster erinnert sich noch ganz genau an ihren ersten Tag als Schulsozialarbeiterin im Jahr 2003: „Es war alles sehr improvisiert. Meine Kollegin Regina Fiedler und ich bekamen an der IGS Obere Aar einen kleinen Raum zugewiesen, der mit kleinen Stühlen und Tischen vollgestopft war. Telefon und Computer – Fehlanzeige!“ 2003 begann das „Modellprojekt Schulsozialarbeit“, das damals vom Land Hessen finanziert wurde, an der IGS Obere Aar in Taunusstein-Hahn, weil es dort erhebliche Probleme gab. Vier Jahre später wurde die Schulsozialarbeit durch die Initiative und den Einsatz von Landrat Burkhard Albers – „Es war ein Herzensanliegen von mir“ – stufenweise in den Klassen 5 bis 8 installiert. Albers: „Heute ist die Schulsozialarbeit im Schulleben fest verankert und aus ihm nicht mehr wegzudenken.“

Eine Einschätzung, die während der kleinen Feier zum zehnjährigen Jubiläum der Schulsozialarbeit im Rheingau-Taunus-Kreis von Schulleitern und den Vertretern der Träger immer wieder bekräftigt und hervorgehoben wurde. „Schulsozialarbeit ist eine feste Größe im Schulalltag“, sagte Gabriele Schuster. Oder wie es Schulleiter der Beruflichen Schulen Untertaunus, Markus Enders, formulierte: „Wir brauchen die Schulsozialarbeit an unseren Schulen. Ohne diese präventive Arbeit und den Einsatz der Sozialarbeiter wäre Schule so nicht mehr leistbar.“ Die Schulsozialarbeit (SSA) ist danach eine wichtige Säule und ein wichtiger Bestandteil innerhalb einer funktionierenden Schule.

Schließlich ist Schulsozialarbeit ein Angebot der Jugendhilfe des Kreises am Standort Schule. Sie begleitet Schülerinnen und Schüler im Prozess des Erwachsenwerdens und fördert sie in ihren Kompetenzen bei der Lösung von persönlichen und sozialen Problemen, und unterstützt sie so bei der Bewältigung ihres Schul- und Alltagslebens. Methoden und Grundsätze sozialer Arbeit werden auf das System Schule von den verschiedenen freien Trägern der Jugendhilfe (ASB, AWO, Hephata, JJ, VIE, VHS) adaptiert.

„Am Anfang glaubten einige Lehrer, dass die SSA eine Art Strafbank für renitente Schüler ist, auf die diese für eine Zeit geschickt werden können“, sagt der Schulleiter der Aartalschule, Ralph-D. Seitz. Sie wissen nun, dass es sich bei Schulsozialarbeit um eine effektive Präventionsarbeit handelt, die frühzeitig bei Problemen im sozialen Miteinander in einer Schule oder bei Cyber-Mobbing oder bei Suchtproblemen Hilfe anbietet. „Diese Probleme und Schwierigkeiten, die Jugendlichen erleben, werden oft bagatellisiert“, so Enders und es werde vergessen, in welche besonders komplexe Welt unsere Kinder und Jugendlichen leben. Ohne Smartphone und Computer gehe es ja heute kaum noch. Gleichzeitig werden Jugendliche aber mit den Angeboten im Internet und auf dem Smartphone „oftmals alleine gelassen.“

Deshalb werde die Einrichtung als eine andere Art von Kummerkasten verstanden, so etwas wie die erste wichtige Anlaufstelle für heranwachsende Kinder und Jugendliche, „für die Eltern und Lehrer nicht mehr der Ansprechpartner Nr. 1 sind“. Wer Probleme mit dem Elternhaus hat, sich mit seinen Mitschüler nicht versteht, es etwa um Mobbing geht, der wende sich an die Sozialpädagogen der Schulsozialarbeit, um von dort Hilfe zu erhalten. „Die Jugendlichen wollen dabei Ernst genommen werden, wenn sie von ihren Problemen erzählen“, so Thilo Schmeiser vom freien Träger Hephata.

So fragen Schülerinnen und Schüler die Angebote der Schulsozialarbeit – mit steigender Tendenz und über alle Schulformen bis hin zu Gymnasien – nach. „Die steigenden Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit von Schulsozialarbeit“, betont die Jugendhilfe-Dezernentin Monika Merkert. Der kommissarische Leiter des Jugendamtes, Erich Blaes kennt aber auch den entgegengesetzten Weg: „Viele Eltern haben Angst, das Jugendamt direkt anzusprechen, wenn sie bei ihren Kindern Verhaltensauffälligkeiten feststellen. In solchen Fällen nehmen sie zunächst lieber das Angebot der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Schulsozialarbeit wahr.“

Die Jugendhilfedezernentin weist dann auch darauf hin, dass der Einsatz der SSA zu einer Reduzierung von Fällen im Jugendhilfebereich geführt hat. Und auch Schulleiter Seitz spricht von Erfolgen der Schulsozialarbeit. Wenn Sie sehen, wie „hart gesottene Jungs“ plötzlich Kochkurse belegen, wenn sie vegane und vegetarische Gerichte kochen und sie dann noch in einer freundlichen Arten präsentieren, dann weiß jeder, dass Schulsozialarbeit unser Schulleben bereichert.“

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