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Datum:02.05.2012
Kategorie: Bahnlärm
Autor: Pressestelle

Rheinanlieger rufen zur Teilnahme an Anti-Bahnlärm-Demonstration in Rüdesheim auf

Landrat Albers: Menschen im Rheintal sind am Ende ihrer Leidensfähigkeit / Am 12. Mai soll ein lautes Signal Richtung Berlin gesendet werden

"Die Menschen im Rheingau und Mittelrheintal sind am Ende ihrer Leidensfähigkeit angekommen", betonte Landrat Burkhard Albers anlässlich der Pressekonferenz im Vorfeld der 2. Anti-Bahnlärm-Demonstration. Diese findet am Samstag, 12. Mai 2012, ab 12.30 (Treffpunkt ab 12.00 Uhr), an der Rheinhalle in Rüdesheim am Rhein statt. "Mit der Demonstration soll ein vernehmbares und vor allem lautes Signal in Richtung Berlin gesendet werden", ergänzte der Vorsitzende der Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden der Bahn, Willi Pusch. Der Bahnlärm durch die Güterzüge zerstöre nämlich das Weltkulturerbe der UNESCO, das Obere Mittelrheintal, immer mehr und immer nachhaltiger.

Organisiert wird die Demonstration am 12. Mai von der Bürgerinitiative, den sechs Landkreisen entlang des Rheins (Rheingau-Taunus-Kreis, Kreis Mainz-Bingen, Rhein-Lahn-Kreis, Kreis Rhein-Hunsrück, Kreis Koblenz-Mayen und der Kreis Neuwied) sowie den Städten und Gemeinden. Unterstützung erhalten die Organisatoren durch die beiden Zweckverbände Weltkulturerbe Mittelrheintal und Rheingau. Vor allem die Kommunen entlang der Bahnstrecke auf beiden Seiten des Rheins sind von dem Bahnlärm in unerträglicher Form betroffen, da die Werte - auch in der Nacht - bis zu 110 Dezibel (zum Vergleich: Ein Presslufthammer erreicht 100 Dezibel) erreichen.

"Die Menschen in der Region akzeptieren den Bahnlärm nicht mehr", so der Weltkulturerbe-Dezernent des Rheingau-Taunus-Kreises, Karl Ottes. Es gebe kaum noch eine Ruhephasen, die Menschen werden systematisch dem Bahnlärm ausgesetzt. Der Tourismus leidet massiv unter dieser Situation. "Hotelgäste reisen nach einer, zwei Nächten wieder ab, weil sie den Lärm nicht aushalten", so Hajo Meuer vom Hotel "Germania".

Schließlich wird noch an der Ertüchtigung der europäischen Strecke von Genua nach Rotterdam gearbeitet, statt die Menschen von dem Bahnlärm zu entlasten. "Wenn der Gotthard-Tunnel 2016 in Betrieb genommen wird, werden die Güterzüge im Drei-Minuten-Takt durch den Rheingau und das Mittelrheintal donnern", so Albers, der sich entsetzt zeigte, dass die Region mit diesem Problem allein gelassen werde. Weder die Bahn AG noch der Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer setzen sich für die Verlagerung der Güterzugtrasse oder die Durchsetzung kurzfristiger lärmmindernder Maßnahmen ein. "Die skeptischen Äußerungen von Herrn Dr. Ramsauer zu unserer Forderung nach einer Alternativtrasse, die von den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Hessen unterstützt wird, belegen, dass es ihm nicht um die Belange und die Gesundheit der Menschen in unserer Region geht", betonte der Landrat.

Dabei habe der Bahnlärmindex eindrucksvoll bewiesen, dass das Mittelrheintal die lauteste Region in ganz Deutschland ist, dass die Menschen an der Bahnstrecke nicht durchschlafen können, in der Nacht sieben bis neun Mal wegen des Lärmes aus dem Schlaf hochschrecken. Eine weitere Auswirkung der schweren Güterzüge seien die Erschütterungen, die bis zu 400 Meter rechts und links von der Bahnstrecke zu verspüren sind, so Wolfgang Schneider von der BI. Zudem verwiesen alle Redner auf die gesundheitlichen Schädigungen der Menschen durch den Bahnlärm. "Wir wissen, dass ab 80 Dezibel psychosomatische Störungen auftreten. Die Anwohner hier erleben diesen hohen Schallpegel sowie noch höhere Werte 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr", berichtete Willi Pusch.

Um die Menschen im Mittelrheintal endlich zu entlasten, müssten die Planungen für eine Alternativtrasse analog denen in Holland, der Schweiz und Italien beginnen. Weiterhin wird gefordert, die kurzfristigen Maßnahmen, wie die Umrüstung auf die leiseren Bremssysteme, eine Geschwindigkeitsreduzierung und ein Nachtfahrverbot, durchzuführen. Bis jetzt werde die Region aber nur vertröstet und hingehalten. "Das wollen wir nicht mehr hinnehmen", so Alois Astor von der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz und und Gisbert Mürtz von der Verbandsgemeinde Weißenthurm. "Deshalb kämpfen wir gemeinsam gegen den Bahnlärm." Und auch der Rüdesheimer Bürgermeister Volker Mosler rief dazu auf, "mit harten Bandagen zu kämpfen", um die Bahn AG endlich zu Zugeständnissen und Erfüllung der Forderungen zu zwingen.

Und Wolfgang Schneider forderte Bahn-Chef Grube auf, "den Bogen nicht zu überspannen". Das Ende der Fahnenstange, sprich der Leidensfähigkeit, sei bei den Menschen entlang der beiden Bahnstrecken erreicht. Um dies zu unterstreichen, forderte Karl Ottes alle Menschen entlang der Bahnstrecke, aber auch die Bürgerinnen und Bürger, die nicht direkt betroffen sind, auf, sich solidarisch zu zeigen, und an der Anti-Bahnlärm-Demonstration teilzunehmen: "Jeder kann mit seiner aktiven Anwesenheit ein Zeichen gegen den unerträglichen Bahnlärm und die Hinhaltetaktik der Bahn AG und des Bundesverkehrsministers setzen."

Ablauf der Anti-Bahnlärm-Demonstration:

Die Anti-Bahnlärm-Demonstration beginnt an der Rheinhalle in Rüdesheim am Rhein. Treffpunkt ist ab 12.00 Uhr. Eine kurze Begrüßung erfolgt durch Wolfgang Schneider von der BI und Volker Mosler. Ab 12.30 Uhr setzt sich der Demonstrationszug von der Rheinhalle in Richtung Brömserburg in Bewegung. Dort ist das Eintreffen für 13.30 Uhr geplant. Es schließt sich die Kundgebung an, bei der der Probst der evangelischen Kirche in Süd-Nassau, Dr. Sigurd Rink der Hauptredner sein wird. Als weitere Redner sind die Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium Petra Müller-Klepper, der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz, Landrat Burkhard Albers und den BI-Vorsitzenden Willi Pusch. Die Lorchhausener Gruppe gegen Bahnlärm wird zudem ihre Forderungen vorstellen.

 

 

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