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Datum:02.07.2013
Kategorie: Bahnlärm
Autor: Pressestelle

Psychoterror der Bahn AG gegen Anwohner in Assmannshausen

Landrat Albers: Auch Nachts Reparaturarbeiten an der beschädigten Bahnstrecke / An Schlaf ist nicht zu denken / Lärm noch schlimmer als sonst

"Der nette Herr Grube von nebenan", der "stets freundlich, verständnisvoll und jovial" auftritt - so wurde der Bahn-Chef in diesen Tage auf "Spiegel online" beschrieben. Doch der Top-Manager aus Berlin könne auch anders. "Wenn es um die Interessen des Staatskonzerns geht, kennt er kein Pardon", so der Spiegel online-Autor Sven Böll. Dieses Gesicht des absoluten Hardliners zeigt Rüdiger Grube gerne im Rheingau und auf der Rheintal-Strecke und derzeit vorwiegend auf der Strecke zwischen Lorch, Assmannshausen und Rüdesheim, wo die vielen Schäden der beinahe Güterzug-Katastrophe vom 9. Juni am Tage und vor allem in der Nacht lautstark behoben werden. "Was sich dort abspielt, ist menschenverachtend und das knallharte Durchdrücken allein wirtschaftlicher Interessen", betont Landrat Burkhard Albers, der für das Verhalten von Grube und der Bahn AG keine Worte mehr findet.

Aus persönlichen Schilderungen von Anwohnern weiß Albers, dass die Arbeiten an der Strecke zwischen Lorch und Rüdesheim fast 24-Stunden laufen und mit einem unerträglichen Lärm verbunden sind. Die Aussagen eines Betroffenen: "24 Uhr: Der Bauzug stand heute Morgen noch bis 8.51 Uhr hier mit laufendem Motor. 6.40 Uhr war dann Schichtwechsel. Sechs Mann wurden ausgetauscht. Heute Nacht jagen die alle fünf Minuten einen Güterzug bei uns am Haus vorbei begleitet von einem wahnsinnigen Gehupe (das ist ein vielfaches lauter als der Zug). Bei uns im Haus drehen alle am Rad. Wir wissen nicht mehr was wir machen sollen. Schlafen unmöglich, heute Nacht treiben die uns in den Wahnsinn."

Albers: "Dieses Verhalten kann man sicherlich als Psychoterror bezeichnen." Um schnellstmöglich die Strecke wieder beidseitig befahren zu können, werden die Bedürfnisse der Anwohner nach einer Nachtruhe und somit körperlicher Unversehrtheit mit Füßen getreten. Albers: "Die Gesundheit der Menschen leidet. Wer nachts keine Ruhe findet, wie soll der am Tag seine Leistung im Beruf oder in der Schule erbringen können?" Bei der Bahn AG stehen alleine die eigenen wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund. Und so soll der Projektbeirat "Leiseres Mittelrheintal" nur als Beruhigungspille wirken, ohne dass sich wirklich etwas verändert. "Was mit den Mensch hier im Rheintal passiert, welchen enormen Belastungen sie auch gerade in gesundheitlicher Hinsicht ausgesetzt sind, interessiert in der Berliner Konzernzentrale niemanden", betont der Landrat.

Mit langen, zermürbenden Gesprächen im Beitrat "Leiseres Mittelrheintal" soll der Widerstand im Rheintal aufgeweicht werden. Aber tatsächlich verändert sich durch den Beirat nichts. Es kommt nicht zu Tempolimits für Güterzüge, nicht zu Nachtfahrverboten, nicht zu einer drastischen Verschärfung des Systems der lärmabhängigen Trassenpreise, nicht zu einer zeitnahen Umrüstung des rollenden Materials (z.B. "LL-Sohle") und schon gar nicht zu Planungen für eine Alternativtrasse. Konkrete Maßnahmen wurden bisher nicht beschlossen.

Albers erinnert zudem daran, dass Länder wie die Schweiz, Italien, Niederlande in den vergangenen Jahren Milliardenbeträge zur Verbesserung der Schienenverkehrsinfrastruktur aufgewandt haben, teilweise neue Bahnstrecken gebaut haben. Diese Länder hatten sich zuvor in internationalen Güterverkehrs-Verträgen dazu verpflichtet, die Streckenkapazität deutlich zu erhöhen, um den Warenverkehr auf der Strecke Genua-Rotterdam zu sichern. Nur in Deutschland wird weiter auf eine völlig veraltete Trasse gesetzt, die für die heutigen Achsenlasten der Güterzüge überhaupt nicht ausgerichtet ist, solange bis nichts mehr geht. "Wir verlangen von der Bahn AG ein detailliertes Gutachten, wieso es zum Entgleisen der Waggons des leeren Autotransporter-Zuges kommen konnte und warum das Warnsystem nicht funktionierte." Die Erklärungen müssten stichhaltig sein.

Der Landrat erinnert aber auch an Aussage des Berliner Bundesverkehrsministeriums, eine Alternativtrasse käme nicht aus Lärmschutzgründen sondern allenfalls bei Kapazitätsengpässen in Betracht. Solchen Engpässen soll aber durch die derzeitige Ertüchtigung der Rheinstrecke vorgebeugt werden.

 

 

 

 

 

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