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Datum:11.09.2017
Kategorie: Jobcenter
Autor: Pressestelle

„Ohne Arbeit gelingt keine Integration!“

Mohamed Mohamed (2. von rechts). Von links: Michael Krebs, Marc Neumann und Kati Pfaff.

Der Syrer und Jurist Mohamed Mohamed hat den beruflichen Neustart bei der R+V-Versicherung begonnen / „Ich will meine Träume realisieren“ / Von Aleppo über Nordirak nach Bad Schwalbach

Er war Anwalt mit einer eigenen Kanzlei in Aleppo, seine Frau als Lehrerin tätig. „Wir hatten gerade die erste, gemeinsame Wohnung bezogen, als der Bürgerkrieg in Syrien begann, der von einem zum anderen Tag meine Träume von einer glücklichen Zukunft zerstörte“, erzählt der 38-jährige Mohamed Mohamed. Wie eine Entschuldigung fügt er rasch an: „Ich hatte nie etwas mit Politik zu tun!“ Das Ehepaar floh zunächst in den Nordirak und von dort mit ihrem ersten Kind nach Deutschland, wo die Familie am 20. Juli 2014 in Bad Schwalbach unterkam und Asyl beantragte. „Einige wenigen englische Worte und Sätze sprach Mohamed am Anfang“, erinnert sich Katarina Pfaff vom Job-Center des Rheingau-Taunus-Kreises, das seit 1. Februar 2015 für den 38-Jährigen zuständig ist. An diesem Tag erhielten nämlich er, seine Ehefrau und die zwei Kleinkinder ihre Anerkennung. Am 1. August 2017 trat der 38-Jährige nun seine Ausbildung bei der R+V-Versicherung in Frankfurt an.

Mohamed Mohamed steht auf dem Raiffeisen-Platz vor dem R+V-Gebäudekomplex und strahlt; neben ihm Ausbildungsverantwortlicher der R+V am Direktionsbetrieb Frankfurt Marc Neumann, Michael Krebs, stellvertretender Serviceleiter im JobCenter, und Kati Pfaff. „Ein atemberaubendes Tempo legte er an den Tag“, zeigt sich Krebs beeindruckt. „Acht Stunden am Tag habe ich Deutsch gelernt, mir Bücher gekauft, weil nun meine Träume Wirklichkeit werden sollen“, so der 38-Jährige. „Ich will keine Hilfe, ich will keine finanzielle Unterstützung. Ich will selbst arbeiten.“ Das ist sein Antrieb und der seiner Frau, die – so Krebs – „auch auf einem sehr guten Weg ist“.

Mit Erfolg und „Niveau B 1“ absolvierte der 38-Jährige den notwendigen Integrationssprachkurs und anschließend einen berufsbezogenen Sprachkurs von ESF und Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, in den ein Praktikum integriert ist. Das führte ihn zur R+V; der erste Kontakt war hergestellt.

Der gebürtige Syrer richtet den Blick nach vorne: „Ich will vergessen, was in Aleppo geschah.“ So schaut er sich auch keine Filme über Syrien und den Bürgerkrieg an. Nur so viel sagt er: „Wenn sich Russland und Amerika nicht einigen, wird es in Syrien keinen Frieden geben.“ Und dokumentiert damit, dass er in Deutschland angekommen ist. Als „höflich, nett und freundlich“ hat ihn Kati Pfaff kennengelernt, immer vorausschauend. „Da die Unterlagen vom Jura-Studium fehlten, konnten wir den Abschluss nicht anerkennen“, so Pfaff. Doch statt zu resignieren, motivierte den 38-Jährige diese Situation noch mehr. „Dann ist das so“, habe er gesagt und weitergekämpft. Insgesamt drei Praktika absolvierte Mohamed Mohamed bei der R+V-Versicherung in Wiesbaden und Frankfurt sowie eines beim Ausländerbeirat Hessen. „Am ersten Tag machte ich die Ablage im Bereich Regulierung von Kraftfahrzeug-Schäden, doch ich wollte mehr leisten, zeigen, was ich kann.“ Dank seiner schnellen Auffassungsgabe überzeugte er seine Gruppenleiter bei der R+V.

Diese Leistungsbereitschaft und Motivation blieb auch Ute Blankenberg, die unter anderem Ansprechpartnerin für das Thema Flüchtlinge bei R+V ist, nicht verborgen. Sie telefonierte mit Marc Neumann, dem Ausbildungsverantwortlichen am Direktionsbetrieb Frankfurt. „Die R+V hat natürlich eine gesellschaftliche Verantwortung und nimmt diese auch in der Flüchtlingsfrage wahr. „Wir als Unternehmen wollen helfen“, so Neumann, der „das Potential bei Herrn Mohamed“ erkannte. Dank Neumanns ständigem Einsatz und einem weiteren Praktikum kam es schließlich zu dem Ausbildungsverhältnis. Neumann: „Er bringt sich ein, hat das juristische Denken, einen unbedingten Willen und er zeigt Einsatzbereitschaft – das gab letztlich für uns den Ausschlag.“ So sieht der Ausbildungsleiter eine Win-Win-Situation für beide Seiten, für das Unternehmen, wie für den einstigen Flüchtling. Dass sich sein Einsatz lohnen wird, davon ist Marc Neumann überzeugt: „Wir wollten nicht nur Praktika anbieten, sondern auch den Weg mit ihm weitergehen.“

Denn in Deutschland will sich Mohamed nun seine Träume erfüllen, irgendwann ein eigenes Auto besitzen. Er weiß: „Ohne Arbeit gelingt keine Integration.“ Deshalb lernt er jeden Tag dazu, korrigiert seine Aussprache, seine Wortwahl und lobt das JobCenter in Bad Schwalbach für die gewährte Unterstützung und seinen Arbeitgeber: „Die Arbeit gefällt mir sehr gut.“ Dabei strahlt er, um anschließend noch Elmar Biesel zu danken. Biesel betreut die Familie in Bad Schwalbach. „Von Elmar habe ich viel gelernt. Er nimmt mich auch in die Flüchtlingshilfe mit, damit ich dort von meinen Erfahrungen erzählen kann.“ Und um andere Flüchtlinge zu motivieren und als Vorbild zu fungieren. Auch dieses ehrenamtliche Engagement macht Mohamed Mohamed Freude. Auch wenn sich mancher Flüchtling engagierter zeigen könnte, wie er zugibt und dann sagt er schmunzelnd: „Ich habe von den Deutschen Geduld gelernt, viel geduldiger zu sein!“

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