FACHFORUM DEMOGRAFIE 2009

Fachforum Demografie 2009
Fachforum Demografie 2009
Fachforum Demografie 2009
Fachforum Demografie 2009

Laut den Aussagen von Medizinern können wir bald bis zu 125 Jahre alt werden … Aber welche Auswirkungen hat dies für unsere Gesellschaft? Eine Frage, die die zirka 300 Zuhörer in der Bad Schwalbacher Stadthalle beim 1. Fachforum Demografie zum Innehalten und Nachdenken zwingt. Dr. Winfried Kösters, Demografie-Trainer der Bertelsmann-Stiftung, kennt die Antwort. Der demografische Wandel - Weniger, Bunter, Älter - ist Fakt, daher unausweichlich. Nur wer das auch erkennt und die kommenden Entwicklungen sieht, kann gestaltend eingreifen, betont Kösters zu Beginn seines rund 60-minütigen, mitreißenden, anregenden und espritreichen Vortrages. So ist er sich dann auch sicher: Der demografische Wandel wird unsere Welt tiefgründig verändern und jeder hat mit diesem Thema zu tun!

Wenn wir in Deutschland weniger werden, weil die Geburtenraten sinkt, wir gleichzeitig aber Dank ausgewogenem Essen und einer weit besseren medizinischen Betreuung immer älter werden, hat das gravierende Konsequenzen für alle. Statt einer Geburtenrate von 2.08 - um den Status zu erhalten - liegt die Geburtenrate in Deutschland bei knapp 1,4. Somit werden in Zukunft immer weniger immer weniger Kinder bekommen. Es sei denn, die Geburtenrate steigt drastisch an. wofür es derzeit aber überhaupt keine Anzeichen gibt.

Wenn Menschen also zukünftig 125 Jahre alt werden, wie verbringen sie die 60 Jahre ohne Arbeit in Rente? Auch auf das Gesundheitswesen kommen gravierende Veränderungen dann zu. Wer pflegt die älteren Menschen, wenn es keinen Nachwuchs gibt? Vorauszusehen sei, dass die Zahl der Ärzte und des Pflegepersonales immer weniger wird. Deshalb stellt Kösters fest: Wir brauchen jedes Kind! Kein Kind dürfe in der schulischen Ausbildung zurückgelassen werden. Wir müssen jedes Talent fördern. Das heißt in der Realität: Wir müssen die Talente eines jeden Kindes erkennen, fördern und so in den Arbeitsmarkt integrieren. Derzeit gebe es jährlich noch 80.000 Jugendliche ohne Schulabschluss. Dies kann sich eine zukünftige Gesellschaft nicht mehr leisten, sagt der Demografie-Trainer. Denn schon bald gebe es in Deutschland einen Mangel an Fachkräften.

Der Referent plädierte zudem für eine neue Solidargemeinschaft, die sich den Veränderungen der Alterspyramide anpasst. Wohnräume für Menschen unterschiedlicher Generationen, die sich gegenseitig helfen und unterstützen. Jeder kann seine Fähigkeiten und Begabungen mit einbringen. Auch die Menschen mit Migrations-Hintergrund gelte es einzubinden. Auch hier gebe es Potentiale, die noch nicht ausgeschöpft sind. Vielleicht gelte es auch die Lebensphilosophie in Deutschland neu zu überdenken. Denn letztlich weist Dr. Winfried Kösters auch darauf hin, dass seiner Meinung nach alleine die Höhe des Kindergeldes ausschlaggebend für den Wunsch nach eigenen Kindern sein kann. Trotz des sehr niedrigen Kindergeldes damals hatten wir 1964 die höchste Geburtenrate in Deutschland, gibt der Referent zu bedenken.

Landrat Albers hatte in seiner Rede betont, dass der Landkreis den Wandel der Altersstruktur als Chance begreift. Es gelte die Herausforderung anzunehmen und neue Akzente im Bereich der Bildung, der häuslichen Pflege und der Versorgung mit wohnortnahen Dienstleistungen zu setzen. Diese Themenschwerpunkte haben die vier Arbeitsgruppen, die sich unterhalb der Lenkungsgruppe gebildet haben, angenommen. In den Arbeitsgruppen bringen viele Menschen aus dem Kreis ihre Ideen und Erfahrungen mit ein. Albers: Es ist ein Bürgerprozess entstanden, auf den wir alle sehr stolz sein können.

Das Fachforum Demografie mit einem Markt der Generationen hatte die Lenkungsgruppe im Kreishaus, die von Landrat Burkhard Albers eingesetzt worden war, organisiert. Zunächst hatten die Gäste die Gelegenheit sich an den zahlreichen Ständen über Initiativen und Projekte rund um das Thema Demografie. Mitten in diesem Markt auch die vier Arbeitsgruppen, die sich den Themen Selbstbestimmtes Leben so lange wie möglich, Attraktive Dörfer - Regionale Vielfalt und neues Wohnen, Bildung & Arbeit sowie Vernetzung und Ausbau von Tourismusangeboten angenommen haben.

Und so heißt es auf einem Plakat: Wohnst Du nur, oder lebst Du auch. Es gebe Menschen in den Kommunen des Rheingau-Taunus-Kreises, für die sei der Ort nur die Wohnstätte ohne eine Bindung an das gesellschaftliche Leben im Dorf. Wir wollen dies verändern, heißt es dann auch von Seite der AG Attraktive Dörfer. Wie kann man die Ortsmitten wieder so gestalten, dass sie zum Mittelpunkt des Lebens werden, zu einem Treffpunkt, zu dem alle strömen, ob Jung oder Alt. Vorstellungen gibt es bereits, die aber weiter konkretisiert werden müssen. Auf Plakaten sind zudem die Initiativen, Projekte und Angebote der 17 Kommunen im Kreis einzelnen aufgeführt. Viele der Besucher schlendern daran vorbei und informieren sich so über die Angebote.

Am Ende eines überaus informativen Fachforums stellt Kerstin Jaensch von der HessenAgentur den Masterplan Demografischer Wandel für den Rheingau-Taunus-Kreis vor. Und sie lobt den Kreis für seine zahlreichen Initiativen auf diesem Gebiet. Es gibt viel Engagement von Seiten der Bürgerinnen und Bürger, so Kerstin Jaensch. So hebt die Referentin die Kinderbetreuung für die Unter Dreijährigen ebenso hervor wie das Konzept Schulsozialarbeit. So könne der Kreis frühzeitig soziale Probleme erkennen und präventiv wirken. Auch die Erstellung des Familienwegweisers und die Verteilung an alle Haushalte im Kreisgebiet nannte sie eine starke Leistung.

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15.01.2018

„Der Bau eines Passiv­hauses ist eine nach­haltige Investition in die Zukunft“

Bauaufsicht

Landrat Frank Kilian weist auf Aus­stellung im Kreishaus ab dem 29. Januar 2018 hin / Von 2001 bis 2016 nur etwa 2.150 Passiv­häuser in Deutschland...


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Jugendhilfe-Dezernentin Monika Merkert legt Kita-Entwicklungs­plan 2017-2019 des Rheingau-Taunus-Kreises vor / Bedarf an hochwertiger Kinder­betreuung...


11.01.2018

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